Staten Iceland

Gegen halb zehn aufgewacht. Reicht noch locker fürs Frühstück. Heute gabs zusätzlich Waffeln. Yummie!

Ich hab dann noch so eine klitzekleine Galerie nebst Poll zum Thema Handtaschen gemacht, damit meine Handtaschen-Freundin und alle anderen Interessierten sich hier mal schlaugucken und für ihre persönlichen Favoriten voten können. Sorry, aber der Alltag bei noz.de prägt irgendwie die Denke…

Freiheitsstatue

Lady Liberty vom Staten Island Ferry aus aufgenommen

Ich recherchierte über einen Trip zum Liberty Island und fand raus, dass sich das nicht so wirklich lohnt, weil man wegen Renovierungsarbeiten zur Zeit nicht in bzw. auf die französische Lady kommt. Igitt… das klingt irgendwie anzüglich, ohne dass das meine Absicht war. Meine Schwester, die mit Familie vor kurzem in dieser Stadt war, empfahl, kostenlos mit der Staten Island Fähre zu fahren, von der aus fährt man zumindest recht dicht dran vorbei. Ich entschied mich, genau das heute zu machen. außerdem habe ich nochmal geguckt, wie es mit dem 9/11 Memorial aussieht. Das muss man online reservieren. Kostet nix, um Spenden wird gebeten. Mach ich vielleicht morgen oder Sonntag.

Wieder nach 13 Uhr verließ ich das Hotel, wieder dachte ich, dass ich doch mal früher losziehen müsste. Draußen emfing mich strahlender Sonnenschein. Das bekomme ich in meinem Zimmer nicht so mit, weil hier eine Wand eines benachbarten Gebäudes nicht weit von meinem Fenster entfernt ist. Allerdings war es auch ziemlich kalt, aber ich habe Schal und sogar Handschuhe eingesteckt (und war später sehr froh darüber). Ich fuhr also zur Station Bowling Green. Da ich sowieso mal aufs Klo musste, beschloss ich, dort erstmal den Lunch einzunehmen. (Es bietet sich einfach immer an, den Stoffwechsel in beide Richtungen miteinander zu kombinieren). Ich fand einen Laden, der alles mögliche anbot, ich hatte mal Bock auf Pizza.

Staten Island Ferry Terminal

Staten Island Ferry Terminal, nahe Battery Park, Lower Manhattan

Danach zog ich los Richtung Staten Island Terminal. Ich war gestern bei meinem langen Spaziergang um die Südspitze Manhattans bereits daran vorbeigekommen. Hm. Dabei hatte ich irgendwo ein Schild vonwegen „Airport-style security“ gelesen, und was man so alles nicht mitnehmen dürfte. Allerdings: Das muss bei einem anderen Ferry Terminal gewesen sein. Ich hatte einen Metalldetektor erwartet und Rucksack-Durchsuchung erwartet wie am Empire State Building, aber Pustekuchen. Dabei hatte ich extra nicht so viel zu trinken mitgenommen und mein Taschenmesser im Hotel gelassen, welches ich sonst immer dabei habe. Ich hatte die Abfahrtszeiten im Netz recherchiert und war knapp rechtzeitig da. Das ist schon eine tolle Sache mit dieser Fähre. Es kostet nichts und die Schiffe sind ziemlich groß. Gerade mal im Netz geschaut, ich bin hin mit der „Sen. John J. Marchi“ und zurück mit der „Spirit of America“ gefahren. Baugleiche Schiffe, können 4.400 Passagiere (!) und 30 Autos transportieren. Es gibt ein Schiff, das keine Autos transportiert, dafür 6.000 Passagiere. Gewaltig, finde ich! Die „Spirit of America“ wurde 2004 gebaut. Der Kiel besteht aus Stahl von den zerstörten Türmen des World Trade Centers (scheint im Schiffbau angesagt zu sein, ich habe mal gelesen, dass auch die Navy die USS New York, ein San-Antonio-Klasse Landungsboot-Mutterschiff hat, dessen Vordersteven ebenfalls aus WTC-Stahl gefertigt wurde) . Jedenfalls wundert es mich jetzt nicht, dass alle so gelassen durch die riesigen Türen auf das Schiff spazierten – es kommen einfach offenbar immer alle mit, weil diese Schiffe so unglaublich viele Leute transportieren können.

Lower Manhattan Skyline von Staten Island Ferry aus

Lower Manhattan Skyline von Staten Island Ferry aus fotografiert

Die Überfahrt dauert eine knappe halbe Stunde. Wie gesagt, es war strahlender Sonnenschein, aber durch den Wind echt kalt, gut, dass ich meinen Schal dabei hatte. Ich habe sehr viele Fotos der Lower Manhatten Skyline, der Brooklyn- und Manhattan-Bridge sowie natürlich der Dame mit der gen Himmel gereckten Fackel in der Hand gemacht.

Die Lady aus Frankreich und ich

The Lady and the Tramp - oder so ähnlich

Angekommen auf Staten Island hatte ich eigentlich kein besonderes Ziel. Im Prinzip war der Weg das Ziel, ich fahre einfach gerne mal mit so einem Boot, und außerdem wollte ich halt die Freiheitsstatue knipsen. Ich passierte erstmal ein Busterminal mit sehr vielen, wartenden Bussen. Staten Island ist ziemlich groß, neben mehreren Buslinien gibt es sogar eine U-Bahn-Linie. Ich ging zur Wasserseite, wo mich ein Pärchen aus Israel (ich habe erst „Island“ verstanden) mich bat, ein Foto von ihnen vor dem Panorama Lower Manhattans zu machen. Anschließend machte er ein paar Fotos von mir.

Panorama Lower Manhattan und ich von Staten Island aus

Panorama Lower Manhattan und ich von Staten Island aus fotografiert von einem Mann aus Israel

Ich suchte im Wesentlichen mal wieder nen Restroom und Kaffee. Also ging ich ein paar Schritte ins „Landesinnere“. Ich fand eine hübsche, kleine Kirche, einen Pub und einen Laden, wo ich für einen Dollar einen Kaffee bekam (Restroom inklusive). Nachdem ich ein paar nette Worte mit dem Mann, der mir den Kaffee verkaufte (der gar nicht übel war)  gewechselt hatte, nahm ich noch einen zweiten Kaffee für den Weg, und mit dem Koffeinträger in der Hand und AC/DC im Ohr pilgerte ich zurück zur Wasserseite. Es dämmerte, und die Skyline Lower Manhattans begann zu leuchten. Als ich knipste, fragte mich ein Mann, ob da große Gebäude schon zum neuaufgebauten World Trade Center gehöre und ob schon was fertig sei. Ich antwortete auf Englisch, das sei das One World Trade Center, zur Zeit 290 Meter hoch, geplant über 500 Meter und das neue WTC 7 sei schon fertiggestellt. Das alte WTC 7 war durch herabfallende Teile der großen Türme und Feuer so stark beschädigt, dass es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Nachdem er mich gefragt hatte, wo ich herkomme, konnten wir uns dann auf Deutsch weiter unterhalten. Er erzählte, dass er mit einem Containerschiff als Passagier über New Orleans eingereist sei.

Lower Manhattan Skyline von der Fähre aus kurz vor dem Ablegen

Lower Manhattan Skyline von der Fähre aus kurz vor dem Ablegen

Er wollte dann nochmal in den Ort, ich wollte die 5:45 PM Fähre zurück nach Lower Manhattan nehmen, also verabschiedeten wir uns. Es war echt kalt, und ich zog sogar meine Handschuhe auf der Fähre an. Obwohl ich nicht glaubte, wegen der langen Belichtungszeiten von der sich bewegenden Fähre ordentliche Fotos zu machen, versuchte ich es trotzdem und machte auch ein paar kleine Videoclips.

1 WTC von der Staten Island Fähre aus

1 WTC von der Staten Island Fähre aus fotografiert

Nachdem die „Spirit of America“ angedockt hatte, ging ich zurück zur „Bowling Green“ Station und entschied mich, nochmal zur Brooklyn Bridge zu fahren. Nachdem vorgestern der Spaziergang über die Brücke eher nass ausfiel und die Sicht mieserabel war, wollte ich einfach nochmal in die andere Richtung drüber latschen und möglicherweise ein paar schöne Fotos machen. Das machte ich dann auch. Dabei spielte ich ein wenig mit Belichtungszeit und Blende herum, dabei kamen auch ein paar recht schöne Fotos heraus, unter anderem der aktuelle Header. Leider wurden viele nicht so richtig scharf, weil sich die Vibrationen durch den Autoverkehr auf die Kamera übertrugen. Ich hielt mich bestimmt eine Dreiviertelstunde (habe nicht auf die Uhr geguckt) auf der Brooklyn-Bridge auf, um zu fotografieren.

Pier 17 und Lower Manhattan Skyscrapers von der Brooklyn Bridge aus

Pier 17 und Lower Manhattan Skyscrapers von der Brooklyn Bridge aus fotografiert

Auf der Brooklyn-Seite angekommen verpasste ich irgendwie die Fußgängertreppe, die ich vorgestern benutzt hatte. Ich ging einfach weiter und war dann irgendwie in so einem College-Viertel mit Tech- und Law-Schools. Mir war ein wenig danach, einfach zu bummeln und der Nase nach die Gegend zu erkunden. Irgendwann bog ich in die Fulton Mall ein, eine Straße, in der bereits Weihnachtsbeleuchtung installiert war. Hier gab es eine Menge Geschäfte. Vor allem: Schuhgeschäfte. (Dass mir an dieser Stelle niemand auf falsche Ideen kommt!) Es war Zeit, was zu essen und… naja, halt das andere. Ich war dann einfach bei Mc’D, wo auch schon Weihnachtsmusik lief. Hab da halt gefuttert, leider war dann ein Restroom „Out of order“ und vor dem anderen eine Schlange. Hab dann verzichtet und bin weiter die Fulton Mall runtergegangen. In einer Pharmacy erstand ich einen Chapstick. Für die, die nicht wissen, was das ist: Quasi ein Labello. Es gab auch Nivea-Dinger, aber die kosteten 1,50 Dollar mehr, und hey, wozu ist man in den USA. Ich kauf hier ja auch kein Becks-Bier.

Fulton Mall mit Weihnachtsbeleuchtung

Fulton Mall mit Weihnachtsbeleuchtung. Und ich habe keine Fotos von den Schuhgeschäften gemacht!

Ich ging dann wieder in die Gegenrichtung, ich hatte irgendwo eine Subway-Station gesehen. In unmittelbarer Nähe war noch ne Bank of America, wo ich meinen Barmittelvorrat auffrischte und mir 300 neue Dollar besorgte. Für 3 Dollar Gebühr. Ist ja niedlich, wenn ich zuhause Geld bei einer fremden Bank hole, kostet mich das, glaube ich, fünf Euro. Danach fuhr ich von Jay ST Metro Tech mit nem A-Zug Richtung Queens, switchte bei Hoyt Schermerhorn in die G-Line und fuhr zur Flushing Ave. Mein jüdischer Supermarkt hatte schon zu, hab dann bei dem kleinen Laden, der ebenfalls in der Nähe meines Hotels liegt, noch Coke und Bier besorgt. Ab ins Hotel, Glotze an, Schuhe aus, Bier auf und bloggen.

Bis morgen. Dann ist wahrscheinlich 9/11 Memorial und/oder Central Park angesagt.

Bier

Links: Eine Kinderportion Kinderbier. Rechts: King Cobra mit 6% vol.

PS: Wie ich bereits erwähnte: Ich kauf hier kein Becks. Letzenendes habe ich Lust, ein paar amerikanische Biersorten durchzuprobieren. Wie ich ebenfalls erwähnte: Ich war noch bei dem kleinen Laden in der Nähe meines Hotels. Dort habe ich „King Cobra“ gekauft, mit 6% vol. vergleichbar mit Astra Rotlicht. Das merkt man auch deutlich. Vor allem im Vergleich zu Bud Light in Kinderportions-Dosen. Der neuste Spleen der Yanks, diese Dosegröße.

Korrektur: In diesem Artikel habe ich geschrieben, dass WTC 7 schwer beschädigt und darufhin abgerissen wurde. Das entspricht nicht den Tatsachen. Tatsächlich wurde WTC 7 bei den Anschlägen zerstört, das Gebäude stürzte nach den beiden Haupttürmen ebenfalls ein.

Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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5 Antworten zu Staten Iceland

  1. René schreibt:

    Hi Michi,
    es macht echt spaß, deinen Blog zu lesen. Gute Arbeit!!! Du brauchts dringend eine Digi-SLR, scheinst ja Ambitionen an den Tag zu legen. 😉 Habe mir die Fähren mal angesehen und dachte erst, Sie befänden sich im Rohbau – sahen so rostig aus. War aber wohl die Farbe. Der Bericht vom Carrier hat mir auch gefallen. Ich wünsche Dir noch eine echt tolle Zeit in den Staten viele weitere nette Kontakte und immer einen Restroom in deiner Nähe! 😀 Liebe Grüße aus dem (OS)TEN! René

    • michikarl schreibt:

      Naja, schön sind die Fähren wirklich nicht. Die sind orange lackiert. Aber sie sind schnell und zweckmäßig und können halt so viele Leute an Bord nehmen wie die großen Kreuzfahrtschiffe Passagiere habe. Es hat nur nicht jeder sein eigenes Badezimmer auf der Fähre. Tja, manchmal wünschte ich mir schon eine fette Kamera. Oder wenigstens ein Stativ. Aber da kann ich improvisieren.

  2. Gunnar Bobbert schreibt:

    „Da ich sowieso mal aufs Klo musste, beschloss ich, dort erstmal den Lunch einzunehmen. (Es bietet sich einfach immer an, den Stoffwechsel in beide Richtungen miteinander zu kombinieren).“

    – In den USA kann man auf dem Klo sitzend gleich auch seinen Lunch ordern? Sehr praktisch…
    -Sorry Michi, aber die Zote musste sein! Es juckte mir einfach in den Fingern.

    Zur Bierprobe: Es gibt ein US-Amerikanisches Bier mit Jalapeno-Schote. Wenn du das siehst und auf scharfe Sachen stehst, solltest du dies unbedingt probiern. Leider ist mir der Name entfallen, aber das Bier fällt im Regal durch die Schote in der Flasche auch so auf.

    Und wieder einmal schöne Fotos!

    Grüße

    Gunnar

    • michikarl schreibt:

      Hallo Gunnar.
      Tja, damit muss ich wohl leben, zumal ich es ja herausgefordert habe. Ist mir durchaus aufgefallen, dass ich oft über dieses Thema schreibe. Nunja – es gehört halt zum Tag, und ein sinnvolles Timing ist vonnöten. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, damit ein wenig zu kokettieren.

  3. satayspiess schreibt:

    Och Michi, endlich mal gutes Wetter! Da macht das Sightseeing doch gleich noch viel mehr Spaß, und die Fotos sehen auch viel netter aus. Heute besonders nett, übrigens! 🙂

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