Planned changes in schedule

Tja, letzter Tag in NY. Die ganz großen Highlights habe ich ja nun schon „abgearbeitet“. Andrew vom Desk meinte gestern, ich mache gute Fotos, ob ich nicht Lust hätte, so neben dem glamourösen New York des Times Square und der Fifth Avenue auch das weniger schöne New York zu fotografieren. Fand ich schon interessant. Heute morgen sprach ich ihn nochmal darauf an. Außerdem wollte ich das gerne mit einem weiteren Besuch im Central Park verbinden, weil ich da gestern kein Tageslicht mehr hatte. Andrew empfahl für den Besuch im Central Park, an der 86th. East auszusteigen. Um auch mal das andere New York zu sehen, empfahl er, an der 125th. Street die Subway zu verlassen. Das ist schon Harlem. Großer Anteil an Afro-Amerikanern, weniger schicke Wohngegend, aber noch nicht so echt gefährlich. Allerdings warnte mich Andrew, noch weiter nördlich als bis zur 125th. zu fahren, dort begänne dann so die typische Drogengegend. Er ist dort aufgewachsen. Das habe ihn motiviert, sich ein besseres Leben aufzubauen. So hatte ich dann im Prinzip einen Plan für den Tag.

Badezimmer

Mein… äh… Restroom in NY

Vorher machte ich allerdings ein paar Fotos hier von meinen Räumlichkeiten und vom Hotel. Andrew wies mich noch darauf hin, dass wegen Wartungsarbeiten an der Subway die G-Line nicht von Flushing Ave aus führe. Er gab mir den Tipp, von der Myrtle aus einen Bus zu nehmen. Aber ich entschied mich, lieber bis zur anderen Flushing Ave Station zu gehen, um dort die M-Line nach Manhattan zu nehmen, denn ich wollte nochmal meinen typischen, täglichen  Fußweg der vergangenen Woche mit der Kamera festhalten.

Parts Authority

Parts Authority – ein Autoteileladen in unmittelbarer Nähe meines Hotels in NY. Der Name ist wohl eine Hommage an Port Authority, die Behörde, die hier die Verantwortung für Häfen und Flughäfen hat.

Ich fuhr also zur 86th. East, kümmerte mich wie immer nicht so wirklich darum, wo es lang geht und latschte folglich wie immer erst mal in die falsche Richtung. Und ebenfalls wie so oft entschied ich mich, einfach erstmal weiterzugehen. Der Central Park würde mir ja nicht weglaufen, und ich wollte mal schauen, wie es hier am Ufer des East River aussieht. Ich landete dann am „Carl Schurz Park“. Ganz nett, aber nicht gerade spektakulär. Also ging ich wieder in die Gegenrichtung, um den Central Park zu besuchen. Unterwegs entschied ich mich aber, den Lunch in einem asiatischen Restaurant einzunehmen, an dem ich vorbeigekommen war. Richtige Entscheidung: Es war das Leckerste, was ich die ganze Woche gegessen habe. Curry Chicken mit gebratenem Reis und Kokosmilchsauce. Dazu gab es inklusive ne Suppe vorneweg. Und ein Budweiser dabei. Okay, ich stehe auf diese ganzen amerikanischen Burger und Sandwiches, aber ab und an braucht man ja doch was vernünftiges zu essen. Und das ganze kostete ohne Tipp gerade mal 10,60 oder so. Ich mag die chinesische Küche in Deutschland ja, aber das hier war besser.

Pan Asian Restaurant an der 86th. Street

Pan Asian Restaurant an der 86th. Street. Hier hab ich echt lecker was gegessen.

Danach ging es weiter Richtung Westen. Eigentlich ist es nicht schwer, sich mit diesen durchnummerierten Straßen hier zurechtzufinden, aber ein Kompass wäre nicht schlecht. Oder halt die Kompass-App vom iPhone. Dann braucht man keine Satelliten- und Google-Unterstützung. Ich erreichte die reichtlich Museumsverseuchte 5th. Ave. Da ich hier nicht direkt in den Park konnte, folgte ich der Straße nach Norden und kam am berühmten Guggenheim-Museum vorbei. Tja, also… wenn das Museum ein Flugzeugträger ist – supie! Aber Kunst erschließt sich mir nicht… Die Architektur des Museums ist allerdings schon ein Foto wert.

Guggenheim Museum

Guggenheim Museum. Man vergrößere das Bild und beachte das Plakat oben links. Da hängt ein Typ. Wie gesagt, Kunst erschließt sich mir nicht.

Schließlich erreichte ich einen Zugang zum Central Park, den ich auch nutzte. Ich landete am Ufer des großen Reservoirs – keine Ahnung, warum diese riesige Wasserfläche so heißt. Wie alles hier ist das natürlich genau geregelt, dass alle Jogger und Spaziergänger sich hier nur entgegen des Uhrzeigersinns bewegen dürfen. Das ergibt allerdings auch durchaus Sinn. Ich machte einige Fotos von der Midtown-Skyline mit dem See im Vordergrund.

Skyline mit Reservoir im Vordergrund

Skyline Midtown Manhattan mit Reservoir im Vordergrund

Und von „The San Remo„. Das ist ein Appartement-Haus mit Eigentumswohnungen, die zwischen 3 und 24 Mio. Dollar kosten. Beispielsweise hat Steven Spielberg hier eine Dependance, außerdem hat Bono von U2 hier eine Bude von Steve Jobbs gekauft. Lustig finde ich, dass die Eigentümerversammlung Madonna, die hier auch ein Appartement kaufen wollte, abgelehnt hat. Kann man alles bei Wikipedia nachlesen.

The Remo

The San Remo – Madonna hat hier kein Appartment bekommen, weil die Eigentümerversammlung dagegen war. Wenn man Wikipedia Glauben schenkt.

Ich folgte dem Weg um den See und machte dann eine Pause auf einer Bank, um ne Orange und n Joghurt, den ich mir beim Frühstück mitgenommen hatte, zu mir zu nehmen. Das war dann schon Upper Westside, weil ich den See knapp zur Hälfte umrundet hatte. Dann überlegte ich, entweder von da aus weiter gen Westen zum Hudson River zu gehen, nach Süden, um mir den Central Park weiter bei Tageslicht anzusehen, oder per Subway zur 125th. Straße, um mir das mal anzusehen. Ich machte dann letzteres.

Apollo Theater in Harlem

Das offenbar recht bekannte Apollo Theater in Harlem. Hab ich erst gestern auf VH1 gesehen. Von da aus moderierte jemand eine Show.

Angekommen an der 125th. Street war eigentlich – wie so oft –  der Weg das Ziel. Ich wollte nur mal so ein Gefühl für die Atmosphäre da bekommen und wie immer ein paar Fotos machen. Ich entschied mich, Richtung Westen, also zum Hudson, zu gehen. Aber natürlich ging ich erstmal wieder in die falsche Richtung, also nach Osten. Und natürlich dachte ich wieder „och, was soll’s, schauen wir mal, wie der East River hier so aussieht“. Also ging ich weiter zum East River und landete diesmal bei der Willis Avenue Bridge und der Robert F. Kennedy Bridge. Schildern zufolge konnte man über die Willis zu Fuss bis in die Bronx gehen. Aber daran hatte ich wenig Interesse. Trotzdem ging ich über die Willis, um von da aus ein paar Aufnahmen mit langer Belichtungszeit (bin da halt auf den Geschmack gekommen, was in dieser Stadt bei Dunkelheit irgendwie einfach nahe liegt) von der Robert F. Kennedy zu machen.

Robert F. Kennedy Bridge von der Willis Avenue Bridge aus

Robert F. Kennedy Bridge von der Willis Avenue Bridge aus. Ich liebe lange Belichtungszeiten in New York…

Anschließend wollte ich zurück zur U-Bahn an der 125th. Unterwegs besorgte ich mit noch Kaffee und Donuts bei „Dunkin‘ Donuts“ – 2 Donuts und Kaffee (gar nicht mal übel) für unter 4 Bucks, kein schlechter Deal. Allerdings habe ich mich dann wieder mal verlaufen, was eigentlich unmöglich sein sollte. Irgendwie war ich dann auf der 1st. Ave Richtung Süden unterwegs anstatt auf der 125th. St Richtung Westen. Naja. Im Prinzip wollte ich nach Südwesten, und dann irgendwann eine Subway-Station finden. Es war schon dunkel, und da ich morgen früh aufstehen muss, wollte ich nicht zu spät zurück ins Hotel.

So lief ich dann noch diverse Blocks Richtung Süden, wann immer die Straßenbeleuchtung der Querstraßen mir hell genug aussah, auch mal wieder einen Block nach Osten. Schließlich war ich auf der Lexington Ave, wo ich dann die Subway an der 103rd. St Richtung Süden nahm.

Und hier begannen die Probleme dann wirklich. Ich wollte eigentlich an der 53st. Street einen M-Zug zurück zur Flushing Ave nehmen. Normalerweise wäre das wohl auch gegangen. Aber durch die sonntäglichen Arbeiten fuhr M nicht von dieser Station aus. Ich hätte das schnallen können, als die Ansage M als Anschluss im Gegensatz zum Display im Zug nicht beinhaltete. Das ignorierte ich und stieg trotzdem aus. Fehler…

Ich ging zum richtigen Gleis, von dem aus eigentlich der M-Zug fahren sollte. Und wartete. Ich befürchtete schon, dass das nicht klappen würde. Ein Subway-Musiker spielte „I’ll be there before the next teardrop falls“ auf seiner Gitarre, klang ganz gut, muss ich sagen. Danach spielte er was anderes. Nachdem sein offenbar spärliches Repertoire nach ein oder zwei weiteren Songs beendet war, spielte er wieder „I’ll be there before the next teardrop falls“. Das war für mich das Signal, nicht länger zu warten und mein Glück woanders zu versuchen.

Ich ging wieder zurück zum alten Gleis und nahm wieder die 6 Richtung Süden, Endstation Brooklyn Bridge, um an der Bleeker ST in die M zu wechseln. Allerdings ging das nicht, weil die 6 nur als Express und nicht Local Train verkehrte (auch wegen der Arbeiten). Also fuhr ich bis zur Endstation und wechselte da in die J-Line, mit der ich bis zur Myrtle Ave fuhr. Hier wollte ich (mal wieder) in die M wechseln, um eine Station in die Gegenrichtung zur Flushing Ave zu fahren. Man kann sagen, ich tastete mich langsam vor in Richtung Hotel. Es ging mir, ehrlich gesagt, ziemlich auf den Keks, diese Subway-Odyssee. Normalerweise kam ich gut zurecht, aber diese Arbeiten am Sonntag klauten mir echt den Nerv.

Okay… es klappte auch nicht. Es kam zwar ein M-Zug, den ich und auch viele andere Personen bestiegen, aber der war dann da an der Endstation angekommen, und uns wurde gesagt, raus da. Nun, ich war nicht mehr so extrem weit weg von meinem Hotel. Das Problem war nur… ich kenne halt meinen miesen Orientierungssinn und hatte keine Karte. Und mein Handy hatte ich auch nicht mit, weil der Akku leer war und ich dachte, ich brauch es eh nicht. Also auch kein Google Maps. Letztenendes entschied ich mich trotzdem, den Rest zu Fuss zu absolvieren. Zumindest kannte ich die Straße „Broadway“ (natürlich nicht DER Broadway, der ist in Manhatten, es gibt mehrere davon in NY). Zum Glück gab es eine kleine Staßenkarte am Ausgang, die ich fotografierte. Nachdem mir mangels Handy mein Fotoapperat nun schon als Uhr diente, half er mir auch als Navigationssystem aus. Jedenfalls reichte es, mich in die richtige Richtung zu orientieren, die M-Station Flushing Ave zu erreichen, und von dort kannte ich den Weg zum Hotel.

Der Weg zur Flushing Ave

Der Weg zur Flushing Ave – ein Glück, dass ich das knipsen konnte. Ich wäre sonst mit Sicherheit wie üblich in die falsche Richtung gegangen.

So, das war es dann fast in NY. Wegen dieser blöden Arbeiten verlasse ich mich morgen nicht auf die Metro, ich muss schließlich ein Flugzezeug kriegen. Jamie vom Desk (von Andrew habe ich mich schon verabschiedet, weil es klar war, dass ich den nicht mehr sehe), organisiert mir morgen zu 6:30 ein Taxi und eine Stunde früher einen Wake-up-call. Kostet mich 45 Bucks plus Tipp, aber das ist dann halt so. Ich meld‘ mich dann morgen aus DC. Bye.

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Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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Eine Antwort zu Planned changes in schedule

  1. Elisabeth van Nguyen schreibt:

    Tja, es kann auch von Vorteil sein, technisch nicht so ausgestattet zu sein. Ich wäre in dieser Stadt niemals ohne Stadtplan unterwegs, und der hat keinen Akku, der leer sein kann 🙂
    Guten Flug! Freue mich schon auf die Berichte aus der Hauptstadt!

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