Black Friday

Black Friday wird hier in den USA der Freitag nach Thanksgiving genannt (der immer ein Donnerstag ist). Es ist der Beginn der Holiday-Season, der Weihnachtszeit. Die Geschäft locken an diesem Tag mit besonderen Angeboten („Doorbuster“) und öffnen zum Teil in den frühen Morgenstunden, um die Schnäppchenjäger einzulassen. Macy’s in New York öffnete CNN nach bereits um Mitternacht. Um der Wahrheit die Ehre zu geben – das weiß ich auch erst alles seit heute.

Für mich war der Black Friday ein Tag mit Pleiten, Pech und Pannen, eher gesagt, voller organisatorischer Fehler und mieser Planung. Aber mit einem versöhnlichen Ende nach einer Beinahe-Katastrophe.

Nun, nach dem Aufstehen gegen neun ging ich erstmal zu Philipps. Hatte zu. Hätte ich wissen können, weil ich das eigentlich schon bei einem Dialog zwischen Kunde und Personal vorgestern mitbekommen hatte. Aber vergessen. „Au bon Pain“ war auch nix. Ich bin dann wieder Richtung Hotel gegangen und hab mir beim Postamt auf der anderen Straßenseite, welches geöffnet hatte, paar Briefmarken für Postkarten gekauft – ich brauchte kleineres Geld für Tipps. Und Briefmarken auch.

Habe dann im Hotelzimmer meine Alibi-Orange und zwei Muffins aus dem Supermarkt, die ich noch hatte, gefrühstückt. Aber kein Kaffee dabei, Manno!

Eigentlich fing die ganze Verplanerei schon zuhause beim Buchen der Reise an. Mein Flieger geht morgen um 09.45 PM, auschecken muss ich aber schon um 01.00 PM. Mein Gepäck kann ich aber erst ab sechs Stunden vorher, also 3.45 PM abgeben. Die Zweigstelle des Smithsonian Air- and Spacemuseum in der Nähe des Flughafens Dulles International schließt um 5.30 PM. Also habe ich gedacht, Mist, zu wenig Zeit, da noch hinzufahren (vor allem, weil ich irgendwie auf der Website 4.30 PM gelesen habe…).

Alles blöd. Die Warterei auf dem Flughafen werde ich mir kaum ersparen können, weil ich meinen Koffer halt vorher nicht groß loswerde. Und zwischendurch nochmal ohne Koffer zurück nach DC zu fahren um zwei Stunden später wieder hinzufahren… eigentlich keine Lust.

So, eigentlich wollte ich ja noch ins Capitol. Aber das muss man wie beim 9/11-Memorial vorher anmelden und sich einen Reservation-Pass ausdrucken, und das ging für heute nicht mehr. Optimalerweise wollte ich heute ins Capitol und morgen zum Steven F. Udvar-Hazy Center fahren, aber das ging ja nun beides irgendwie nicht. So eine Grütze. Wenn ich das gestern abend schon gecheckt hätte, dann hätte ich für heute von vorneherein den Trip nach Dulles geplant und das Capitol von innen gestrichen (also, nicht mit Farbe, sondern von der Liste).

Was also mit dem erneut sonnigen Tag anfangen? Ich war drauf und dran, nach Arlington zum berühmten Heldenfriedhof zu fahren, überlegte es mir aber spontan anders. Es war ungefähr 2.00 PM, und wenn ich mich beeilte, könnte ich vielleicht doch zumindest noch für zwei Stunden zum Steven F. Udvar-Hazy Center fahren.

Also fuhr ich via Metro Center nach Roslynn, um da den Bus zum Dulles International zu nehmen. Ich wusste ja nun, dass eine SmarTrip-Karte bei der Benutzung dieser Busse von Vorteil ist, und da ich wusste, dass ich noch dreimal Busfahren würde, wollte ich eine haben. Ich dachte, ich könnte die an der Metro Station kaufen. Pustekuchen. Ich fragte den Station Agent, und der sagte was von bei CVS und gab mir eine Wegbeschreibung, die ich nicht wirklich verstand. Also ging ich – natürlich – in die falsche Richtung, wenn auch nur kurz. Ich fragte einen Passanten, wo ich ein SmarTrip-Ding herbekomme und was denn CVS eigentlich überhaupt sei. Er konnte mir die ungefähre Richtung sagen, und CVS sei ein Drugstore. Ich ging in besagte Richtung, fragte unterwegs noch ein junges Pärchen, die bestätigten, dass ich richtig sei und fand den Laden. Dort bekam ich eine SmarTrip-Karte für 10 Dollar mit 5 Dollar Guthaben. Ich ging zurück zu Metro Station und pumpte die Karte auf 18 Dollar auf, also drei Fahrten für je 6 Dollar.

Mc Donalds

Hm... 40 Minuten warten. Erstmal Lunch einwerfen.

Ich fand die Bushaltestelle für die 5A und stellte fest, dass der nächste Bus erst in 40 Minuten führe. Immerhin war ein Mc’D auf der anderen Straßenseite und besorgte mir da ein Quarter-Pounder Menü, welches ich an der Bushaltestelle verzehrte. Außerdem lag eine Zeitung herum, in der ich lesen konnte. Der Bus kam, und los ging es auf den etwa einstündigen Trip zum Dulles. Dort angekommen fragte ich die Busfahrerin, wo denn wohl der Shuttle zum Steven F. Udvar-Hazy Center führe. Sie meinte, sie glaube, exakt hier. Hm. Ich ging doch zur Information im Flughafen und fragte nach, bekam dann auch einen Zettel mit Abfahrtszeiten in beide Richtungen und die zutreffende Angabe, dass nicht bin 04.30 PM, sondern angenehmerweise bis 05.30 PM geöffnet sei.

Bank am Dulles International

Wieder warten auf dem Dulles International auf den Bus zum Steven F. Udvar-Hazy Center

Der nächste Bus fuhr in 45 Minten (dachte ich), also besorgte ich mir einen Kaffee und ging zurück zum Bussteig 2E. Und wartete und las ein wenig in der Zeitung. Und stellte fest, dass um 02.15 PM kein Bus kam. Weil es nämlich nicht 02.15 PM, sondern schon 03.15 PM war. Entweder ich hatte die Uhr auf dem Handy nicht richtig wahrgenommen, oder ich war in der Spalte auf dem Zettel verrutscht. Mann! Irgendwie hab ich es heute mit den Uhrzeiten! Wieder Zeit verschwendet, noch mehr Warten. Der nächste Bus kam dann um 04.00 PM. Wegen der ganzen Parkplatz-Shuttle, Hotel-Shuttle und sonstiger Busse musste man auch hingucken wie ein Schießhund, um den richtigen Bus zu erspähen. Nun, ich hab dann den 04.00 PM Bus bekommen. Um 04.15 PM war ich dann am Steven F. Udvar… und so weiter.

Gut, anderthalb Stunden Zeit. Die Prioritäten waren klar: Die drei Exponate, die ich am wichtigsten fand, fotografieren, wenn möglich von vorne, hinten, links, recht, oben und unten. Diese drei waren: Die SR-71 Blackbird, der Nachfolger der A12-Oxcart, die ich schon in „Intrepid Empire“ beschrieben habe. Der Space Shuttle Prototyp „Enterprise“. Und der Bomber B-29 „Enola Gay“.

Loon Missile

Loon Missile - amerikanischer Nachbau der deutschen V1

Nach der Sicherheitskontrolle, die ich ungewöhnlich fand (kein Metalldetektor, keine Röntgenbilder vom Rucksack, nur Tasche auf, und ein Sicherheitsmann schaute rein) fand ich mich im Hangar wieder, und drei Flugzeuge schauten mir drohend entgegen. Links eine Curtiss P-40E „Kittyhawk“, rechts eine Voght F4U-1D Corsair (beides amerikanische Kampfflugzeuge aus dem zweiten Weltkrieg) und in der Mitte ein Deck tiefer die SR-71.

Curtiss P-40E Kittyhawk

Curtiss P-40E Kittyhawk

Das ganze Museum ist vollgestopft mit endlos vielen Flugzeugen, von winzigen Racing-Fliegern und Ultraleicht-Flugzeugen bis hin zu großen Maschinen wie der Boeing 707, der Concorde und eben der B-29, von den Anfängen der Fliegerei bis hin zur hochmodernen X-35 (ein Prototyp des F-35 Joint Strike Fighters, eines Kampfflugzeugs der neusten Generation).

Junkers Ju-52

Junkers Ju-52 - die berühmte "Tante Ju"

Viele kleinere Maschinen hingen in verschiedenen Höhen von der Decke, andere standen auf dem Hangar-Boden. Man konnte natürlich unten zwischen den Flugzeugen laufen, oder auf drei weiteren Ebenen, um auf Augenhöhe mit den hängenden Vögeln zu sein bzw. einen Überblick über die auf dem Boden stehenden Flieger zu haben.

SR-71

SR-71 Blackbird, ein extrem beeindruckendes Flugzeug.

Nun, aufgrund der mangelnden Zeit war halt Extreme Power-Fotografiering angesagt. Und ich hatte meine Prioritäten. Zuerst ging ich auf den Boden runter und knipste die vom Design und Leistungsfähigkeit her unglaublich beeindruckende SR-71A. Exakt dieses Flugzeug war auf seinem letzten Flug von zwei Piloten von Los Angeles nach Dulles mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 3.400 km/h überführt worden, natürlich ein Rekord auf dieser Strecke. Kein anderes, sich offiziell noch irgendwo auf der Welt  im Dienst befindliches Flugzeug ist so schnell. Die Yanks halten, glaube ich, noch zwei SR-71 für den Fall der Fälle in Reserve, was soviel bedeutet wie eingelagert, aber schnell wieder flugbereit zu machen.

Me-163

Me-163 "Komet", ein raketengetriebenes Flugzeug

Dann ging ich weiter, an einer Messerschmitt Me 163 B-1a „Komet“ (ein deutscher Düsenjäger mit Raketenantrieb aus dem zweiten Weltkrieg) und einer Loon-Missile (einem amerikanischen Nachbau des deutschen V1-Marschflugkörpers) vorbei in den Space Hangar, wo mir die „Enterprise“ schon entgegenschaute. Okay, angesichts der Größe der Objekte, die ein Shuttle ins Weltall bringen konnte wie z.B. das Hubble-Teleskop, sollte mir schon klar sein, dass so ein Shuttle nicht gerade klein ist. Auch im Größenvergleich mit einer Boeing 747, auf deren Rücken es ja transportiert werden kann. Aber dennoch war das Ding irgendwie größer, als ich es mir vorgestellt habe. Die „Enterprise“ war ein Shuttle-Prototyp, welcher nie ins Weltall geflogen ist. Er wurde übrigens nach dem Raumschiff Enterprise aus der Fernsehserie benannt, dafür hatten sich Fans der Serie eingesetzt. In den späteren Spielfilmen sind im Quartier von Captain Picard zum Teil Bilder oder sogar Modelle eines Segelschiffs, von den Flugzeugträgern dieses Namens und auch des Space Shuttle Prototyps zu sehen, die in der Fiktion eben berühmte Vorlaufer des Raumschiffs Enterprise waren.

Enterprise von vorne

Die Enterprise von vorne

Die „Enterprise“ wurde vor allen dazu verwendet, das Flugverhalten des Shuttles auf dem Rücken einer modififizierten Boeing 747 zu testen, außerdem den Gleitflug nach dem Abkoppeln vom Trägerflugzeug. Ferner wurden Vibrationstests unternommen. Danch diente der Prototyp als „Dummy“ und wurde auf das Treibstofftank-Booster-Gespann montiert um die Abmessungen der künftigen Startrampe (insbesondere für die Versorgungsleitungen und Wartungsgänge) anzupassen. Übrigens bekommt das Steven F. Udvar-Hazy Center die am häufigsten überhaupt ins All geflogene Raumfähre „Discovery“. Dafür gibt sie die „Enterprise“ dann ab an ein anderes Museum – und zwar an das „Intrepid Sea-, Air and Space Museum“. Ob die das Teil dann auf das Flugdeck stellen? Das würde mich ja schon interessieren, wo das Ding da vor Ort verbleibt, ich weiß ja, wie es da am Pier aussieht.

Enterprise-Nase

Enterprise-Nase

Im Space Hangar stehen noch diverse Raketen, Satelliten, Marschflugkörper und so weiter, aber die ließ ich erstmal links liegen, nachdem ich die „Enterprise“ fotografiert hatte. Ich wollte weiter zur „Enola Gay“. Und ich fand sie natürlich auch schnell, als eins der größten Flugzeuge der Ausstellung war sie auch kaum zu übersehen. Tja. Für sich genommen ein Bomber aus dem zweiten Weltkrieg, viermotoriges Propellerflugzeug, so ziemlich das technisch fortgeschrittenste Exemplar seiner Gattung und Zeit. Die B-29 Superfortress. Man nannte diese Flugzeuge seinerzeit „fliegende Festungen“, weil sie über eine große Anzahl an Maschinengewehren und eine Maschinenkanone in Geschütztürmen zur Selbstverteidigung gegen Jagdflugzeuge verfügte. Höchstgeschwindigkeit 576 km/h, Reichweite 5.200 km, Spannweite 43,05 m, Länge 30,18 m. Motorleistung insgesamt 8.800 PS. Sticht!, hätte man beim Flugzeug-Quartettspiel als Kind gesagt.

Enola Gay

Enola Gay - ein Kapitel der Luftfahrtgeschichte, das besser niemals geschrieben worden wäre

Aber dieses Flugzeug ist kein Bild auf einem Kartenspiel, es ist ein reales Fluggerät, welches neben den nüchternen technischen Details die Aufgabe hatte, zu zerstören und zu töten. Wie viele andere Flugzeuge seiner Zeit, vorher und nachher. Doch dieses hier warf die Atombombe mit dem sarkastischen Namen „Little Boy“ auf Hiroshima. Die Schätzungen der Opfer inklusive aufgrund von Folgeschäden reichen von 90.000 bis 166.000 Menschen (lt. Wikipedia). Ungeachtet jeder Wertung von richtig oder falsch im Kontext der Situation im Krieg – es wäre eindeutig besser, dieses Kapitel der Geschichte wäre niemals geschrieben worden.

Grumman F-14 Tomcat

Grumman F-14 Tomcat, schwer bewaffnet mit Phoenix-, Sparrow- und Sidewinderraketen für lange, mittlere und große Abfangreichweiten.

Viele mögen sich fragen, wieso ich mich dann eigentlich für diese todbrinden Kriegsmaschinen als Pazifist und Kriegsdienstverweigerer eigentlich so begeistern kann. Zum einen, weil Kampfflugzeuge immer Hightech und große Ingenieurleistungen ihrer Zeit darstellen. Dass es besser wäre, diese Errungenschaften in etwas anderes zu pumpen als Kriegsmaschinen – keine Frage. Aber die Welt ist leider anders. Und deswegen sind diese Flugzeuge leider, aber dennoch unbestreitbar, auch immer Teil der Geschichte – der Luftfahrt- und Technikgeschichte zum einen, der Geschichte von Kriegen zum anderen. Und das interessiert mich eben.

Concorde-Nase

Concorde-Nase und Flugzeug-Salat

Nun, nachdem ich meine drei Hauptpunkte abgearbeitet hatte, konnte ich mir einen Überblick über den Rest verschaffen. Auch unter den Passagierflugzeugen waren neben der Concorde (ich hatte ja bereits eine im Intrepid Sea-, Air- and Spacemuseum gesehen, die hier war von Air France) und einer Boeing 707 noch alte Propellermaschinen zu sehen. Darunter eine „Tante Ju“ Junkers 52 der Lufthansa, ein fortschrittliches Flugzeug seiner Zeit, aber für meinen Geschmack nicht unbedingt schön. Mein Favorit unter den Passagiermaschinen war die Lockheed 1049F „Super Constillation“ – hier zwar ein Exemplar der US Air Force, aber eigentlich ist es eine Passiermaschine gewesen. Das ist nach meinem Geschmack eine gutaussehende Maschine. Auch die viermotorige Being 307 Stratoliner „Clipper Flying Cloud“ gefiel mir gut.

Lockheed 1049F Super Constellation

Lockheed 1049F Super Constellation. Ein Arbeitspferd der interkontinentalen Luftfahrt seiner Zeit.

Ich ging vorbei an veralteten Hubschraubermodellen und -prototypen (u.a. dem Schwenkrotor-Prototyp Bell XV-15, der Vorläufer des größeren Serienmodells V-22 „Ospray“), machte einen Abstecher zu den allerersten Flugzeugen überhaupt und Modellen aus dem ersten Weltkrieg, und landete dann in der Abteilung Kampfjets aus der Zeit des Koreakrieges bis heute. Da waren unter anderem eine Mig-15, eine Mig-21, eine Republic F105 „Thunderchief“, eine F4 „Phantom“, eine A6 „Intruder“ und eine F14 „Tomcat“ zu sehen. Einige dieser Modelle hatte ich bereits auf der „Intrepid“ gesehen und fotografiert. Außerdem gab es eine X-35 B zu sehen. Das war ist ein Prototyp des aktuellen, sogenannten „Joint Strike Fighters“. Dieser wird wohl in viele Nationen (z.B. Niederlande, Norwegen, Dänemark, Kanada, Israel) exportiert werden und hier die F-16 ablösen. Außerdem gibt es eine spezielle Variante für den Einsatz auf Flugzeugträgern. Dieser Prototyp allerdings stellt die teuerste und aufwändigste Variante da. Dies ist ein STOVL (short takeoff, vertical landing) Flugzeug, welches auf sehr kurzen Startbahnen (etwa ein kleiner Flugzeugträger ohne Katapulte) starten und senkrecht landen kann. Dieser Typ ist übrigens in dem Spielfilm „Stirb langsam 4.0“ zu sehen, wenn auch vielleicht die Fähigkeiten des Flugzeugs zum Schwebeflug darin vielleicht übertrieben dargestellt werden. Das technisch sehr anspruchsvolle Lift-Fan-Triebwerk mit Thrust-Vectoring (verstellbarer Schubrichtung) konnte vor dem Flugzeug noch gesondert bestaunt werden.

X-35 Joint Strike Fighter Prototyp

X-35 Joint Strike Fighter Prototyp

Nunja, ich knipste ausführlich noch die verschiedenen Jets und ging dann nochmal in den Space Hangar, um mir die Raketen und Marschflugkörper nochmal gesondert zu betrachten. Ein für mich besonders interessantes Stück stellte hier die „Pegasus XL“-Trägerrakete da. Das war „Billiglösung“, um kleinere Nutzlasten in einen niedigen Orbit zu schießen. Die Rakete wurde dabei von einem Trägerflugzeug (früher B-52, später ein modifiziertes Passagierflugzeug vom Typ Lockheed TriStar) in über 10.000 Meter Höhe fallen gelassen, zündete fünf Sekunden später ihren eigenen Antrieb und stieg dann aus eigener Kraft weiter. Mit so einer Rakete wurde übrigens die Asche des „Star Trek“-Erfinders  Gene Roddenberry ins Weltall geschossen (in einen niedrigen Orbit, wie gesagt).

Pegasus XL

Pegasus XL - eine Trägerrakete, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke eingesetzt wurde.

Ungefähr da kam dann die erste Durchsage, das Museum schlösse in 15 Minuten. Ich war so erpicht, die Zeit zu nutzen, dass ich noch bei den Kampfjets herumlungerte und Fotos aus bisher noch nicht gewählten Perspektiven schoss. Bis zur „noch fünf Minuten“-Durchsage. Ich hatte nicht so wirklich auf dem Schirm, dass der letzte Bus zurück zum Dulles Airport genau bei Toresschluss fahren würde. Nun, nach der 5-Minuten-Durchsage ging ich zum Ausgang und dann – wieder einmal – in die falsche Richtung. Ich ahnte das recht schnell, kehrte um, sah den Bus abfahrbereit stehen und legte einen Sprint ein. Ich kam an, als die Türen sich gerade schlossen, aber die Busfahrerin (eine rüstige und irgendwie coole ältere Dame, die sich mit der Fahrerei wohl ihr „Ruhestandseinkommen“ aufbessert, jedenfalls eindeutig Rentenalter bei uns) hatte Erbarmen und nahm mich noch mit. Gott (und der Busfahrerin) sei dank, weil ich sonst keinen Plan gehabt hätte, wie ich denn nun überhaupt zurück zum Airport gekommen wäre.

F-4 Phantom II

F-4 Phantom II - ein Jagdflugzeug der Vietnam-Ära, welches die Bundesluftwaffe bis heute fliegt.

Die Fahrt zurück ging – verglichen mit der Hinfahrt – wahnsinnig schnell. Denn am Flughafen erwischte ich wiederum gerade noch die 5A zurück nach Roslynn. Und der Bus hielt nur auf Request, vor Roslynn kam keins, deswegen gab es vorher keine Stopps (sonst immer noch zwei Haltestellen zwischen Airport und Roslynn). In Roslynn (ich erkannte das nur, weil ich den Mc’D auf der anderen Straßenseite sah, die Stopps wurden weder angezeigt noch angekündigt) stieg ich aus und nahm die Metro. Wiederum erwischte ich knapp einen Zug, und am Umsteigepunkt Metro Center nochmal. Zwischen Abfahrt am Steven F. Udvar-Hazy Center und Hotelzimmer waren gerade mal knapp eine und ne Viertelstunde vergangen. Neuer Rekord.

The Dubliner

The Dubliner - das irische Restaurant neben meinem Hotel

Ich hatte erst erwogen, mir von der Union Station was zu essen mitzubringen. Da ich aber andererseits noch recht viele Dollars hatte und ohnehin mal im „Dubliner“ essen wollte, habe ich mich dafür entschieden. Der „Dubliner“ ist ein irisches Lokal direkt angrenzend an mein Hotel. Ich weiss nicht, ob es zum Hotel gehört, aber die haben zumindest einen Kooperationsvertrag. Das Hotel hat kein eigenes Restaurant, aber eine Tür, die direkt in den „Dubliner“ führt, außerdem gibt es Werbetafeln in den Aufzügen hier. Und auf diesen steht unter anderem „…rub ellbows with senators, congressman and world leaders and enjoy a memorable evening at capitol hill“. Wörtlich übersetzt etwa „reiben Sie Ihre Ellbogen mit denen von Senatoren, Kongressabgeordneten und Weltlenkern und genießen Sie einen in Erinnerung bleibenden Abend auf dem Capitol-Hügel“. Ähm… Ellenbogenreiben mit Senatoren und Kongressabgeordneten? Wer will denn so was bei dem unfähigen Gesindel? Da muss man sich ja anschließend erstmal duschen! Nun, ich hätte eh keinen erkannt, und Obama hatte offenbar am heutigen Abend schon was anderes vor.

Vielmehr saß am Tisch neben mir offenbar eine Familie aus Vater, Mutter und einer Tochter, die ich etwa Anfang 20 schätzte. Damit lag ich offenbar richtig, denn als sie ein Bier bestellte, verlangte die Bedienung den Ausweis (sehr konsequent, und das obwohl Vater und Mutter offenbar dabei waren), und nachdem die junge Dame den vorgzeigt hatte, bekam sie ihr Bier, also war sie mindestens 21. Ich orderte ebenfalls ein Bier, und zwar ein Kilkenny. Das ist ein irisches Bier, welches nicht ganz so dunkel und kräftig ist wie ein Guiness, etwas leichter insgesamt. Dazu gab es „Fish and Chips“, Pollack und Pommes. Ich wusste ehrlich gesagt nix über diesen Typ Fisch, weder Höchstgeschwindigkeit, Flossenlänge, Bewaffnung,  noch maximaler Tauschtiefe, aber es war ja Freitag, und es schien mir in dem irischen Laden angemessen, das zu ordern. Es war dann auch ganz lecker.

Nach dem Essen verzog ich mich auf mein Zimmer, holte den eeePC aus dem Safe, und das wars dann soweit. Das dürfte der letzte Eintrag sein, den ich aus DC abschicke. Ich werde danach noch einen Eintrag über den Tag morgen und die Heimreise schreiben. Und vielleicht mache ich noch paar Bildergalerien, etwa zu den beiden Hotels, oder zu den Flugzeugen, die ich geknipst habe (die Mädchen haben schließlich auch ihre Handtaschen bekommen). Aber im Wesentlichen war’s das dann.

Zum letzten Mal: Bis morgen.

Obwohl… ich muss wohl bis übermorgen schreiben, weil ich morgen abend losfliege, aber erst Sonntag via Paris und Frankfurt (hoffentlich) irgendwann in Osnabrück lande.

Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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