Mike’s Place

Nach dem letzten Artikel habe ich mich dann wieder zum selben Laden wie gestern verfügt (okay, ist nach null Uhr Ortszeit, welche zwei Stunden vor Deutschland liegt, also eigentlich vorgestern, aber wen interessiert’s). Diesmal gab es ein Chicken-Sandwich, war besser als der Burger am Tag zuvor. Allerdings war da so ein roter Pepperoni drauf, der das Zeug dazu hatte, die gemeine Qassam-Rakete auf Platz zwei meiner persönlichen Gesundheitsrisiken zu degradieren. (Okay, mal ernsthaft… ich kann es nicht genau sagen, aber ich vermute, vor den Raketen kommen noch der Tel Aviver Straßenverkehr und Goldstar Bier, wenn es um meine persönlichen Gesundheitsrisiken hier geht…)

Chicken Sandwich

Dieses rote Ding war genauso gefährlich wie es aussieht… gefühlt eine Million Scoville. Zuerst biss ich die Spitze ab, das ging noch. Aber als dann da diese kleinen Kerne kamen, bekam ich sofort einen Schluckauf.

Nach dem Essen, welches diesmal alleine verlief, ging ich wieder am Strand entlang Richtung Süden, um vielleicht noch bei „Mike’s Place“ noch ein Bier zu trinken. Was ich dann auch tat. Auch wenn es zunächst ein Cocktail wurde. Ich wurde, wie in den USA üblich, von einer Art Concierge „geseatet“ („inside or outside?“ „outside, please“). Ich bekam dann einen einzelnen Tisch, allerdings direkt neben einem größeren Tisch, an dem eine Gruppe Leute saß. Zuerst nuckelte ich einsam an meinem „Funky Monkey“ (Wodka, Bananensaft, Kokomilch und so). Dann kam ich mit meinen Sitznachbarn und -nachbarinnen ins Gespräch.

Anfangs dachte ich, das wären allesamt Russen. Später habe ich dann geschnallt, dass nur die Mädels Russinen waren, die drei Männer waren von Manchaster. Die jüngere Russin kuschelte ein bisschen mit einem der Jungs von Manchaster. Gut, die waren alle über 30, einige über 40, „Pop“ war bestimmt über 50. Als die Konversation englisch ausgetragen wurde, war das Thema ziemlich schnell Fußball. Ich sollte raten, welches Team aus Manchester wohl DAS Team sei. Also warf ich eine mentale Münze und sagte „Manchaster City“. Und kriegte einen herzlichen Handshake. Richtig geraten. Puh. „We hate Manchaster United!“ „Well, who doesn’t, except for their fans?“ Manchmal bin ich einfach aalglatt…

Das Gespräch ging dann um alles mögliche, ich unterhielt mich hauptsächlich mit Lee, der sich auch für Flugzeuge interessierte, allerdings nur für Passagierflieger. Wir redeten über Fußball, Politik, das Wetter (besonders warm in Israel für diese Jahreszeit, da habe ich echt Glück, hatte mir die Tel Aviverin zuvor auch schon gesagt), Reisen, Raketen und so weiter. Das Übliche halt. Einer der Jungs aus Manchaster hat angeblich das Werk besucht, in dem die Abwehrraketen für Israels „Iron Dome“ hergestellt werden.

Die Jungs haben die Raketenwarnungen nicht mitbekommen, Lee war gestern in Jerusalem, aber er hat den Alarm einfach verschlafen. Die Jungs waren ganz aufgeregt, als ich sagte, ich habe auch die Explosionen gehört, aber ich will eigentlich keine Medaille dafür. Dafür waren sie beide bereits in Jerusalem und schwärmten von Besuchen der Klagemauer und von Bethlehem. Also alles sehr vielversprechend.

Naja, ich könnte noch einige Details nennen, aber ich will nicht zu sehr ins Plaudern kommen. Vielleicht sehen wir uns morgen wieder im „Mike’s“. Nach dem „Funky Monkey“ und zwei „Mike’s Genuine Lager“ begab ich mich dann auf den Rückweg zum Hotel. Und ich melde mich für heute ab. Für morgen ist eigentlich nur chillen angesagt. Denn eine Sache ist mir klar geworden: Tel Aviv hat keine Landmarks. Also, kein Brandenurger Tor, keinen Eiffelturm, kein Empire State Building… Es gibt wichtige Museen, aber eigentlich ist Tel Aviv vor allem ein Badeort und eine Party-Metropole. Ich werde mir sicherlich noch das eine oder andere ansehen, aber ich hab auch nix dagegen, einfach mal einen Tag, entspannt am Strand zuzubrigen, sofern das Wetter und die sonstige Situation hier da mitspielen. Für heute melde ich mich ab. Bis morgen.

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Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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