Good morning, Tel Aviv!

Ich hatte meinen Wecker gestern auf 10.30 Uhr gestellt, um nicht wieder fast zu spät zum Frühstück zu kommen. Ungefähr zwei Minuten vorher wachte ich von selbst auf. Zwei Minuten später dudelte also mein Handy (übrigens mit irgend so einem Default-Gedudel, ich hatte nix eingestellt, normalerweise nehme ich eher das eierPad als Wecker, aber das kennt die Zeit hier noch nicht). Dann röhrten die Sirenen. Die „Rakete des Tages“ ist heute früh dran (wenn es bei einer bleibt, der Tag ist ja noch lang. Ich habe auch gerade bei CNN gehört, es waren diesmal zwei, die beide von Iron Dome abgefangen worden sein sollen.)

Ich widerstand der Versuchung, anstatt in den Schutzraum auf den Balkon zu gehen und mein Handy auf den Horizont zu richten. Zwar habe ich mir überlegt, dass ungelenkte Raketen, die aus dem Südosten kommen, kaum wenden und in die Hotelfassade auf Seeseite einschlagen werden. Aber es muss ja nicht sein, dass ich durch die Gewöhnung an die täglichen Alarme leichtsinnig werde, während sich zuhause jemand Sorgen macht. Also Keycard abgegriffen und brav in der Schlafanzughose ins Treppenhaus. In meiner Paddeligkeit lief ich nicht in den vierten Stock, sondern bis zum achten, verließ hier das Treppenhaus und wurde von einer Roommaid in einen Lagerraum mit Handtüchern und Putzmaterialien komplimentiert. Ich glaube, sie bekam die Tür zum Schutzraum nicht auf. Es waren noch zwei ältere Herrschaften da, ebenfalls informell gekleidet. (Dame im Bademantel, Herr in Trainingshose und T-Shirt). Leider wurde nur Häbräisch gesprochen, und da brauche ich wohl noch ein paar Tage, bis ich da mitreden kann…

Nun, nach kurzer Zeit wurde Entwarnung per Lautsprecher gegeben, also zurück in den dritten Stock in mein Zimmer und schnell unter die Dusche. Und dann ab zum Frühstück. Dort informierte mich die Concierge nach der Aufnahme meiner Zimmernummer, das Buffet schlösse in zehn Minuten. Mist. Die „Rakete des Tages“ hat meinen Zeitplan zerschossen. Nun, wenn nichts Schlimmeres passiert, kann ich damit leben. Schnell noch einen Capuccino, Rührei, Schüssel Cerealien, Baguette, Buter, Käse und Obst für den Tag abgegriffen und ab dafür. Last-Minute-frühstücken ist irgendwie suboptimal, aber das ist echt Jammern auf hohem Niveau. So, draußen sind wieder 27 Grad, leicht bewölkt.

Morgen geht es nach Jerusalem. Ich bin noch nicht sicher, wie ich den letzten Tag hier verbringe. Entweder, ich werde nochmal Richtung Stadtzentrum aufbrechen (mein Reiseführer verzeichnet ein südliches, ein mittleres und ein nördliches Stadtzentrum, alles eigentlich auf zu Fuß erreichbar), oder ich gehe nochmal bei Tageslicht nach Alt-Jaffa, aber ein wenig Zeit zum chillen möche ich auch noch haben. Auch wenn ich echt nicht der Strandurlauber-Typ bin, soviel habe ich gestern kapiert. Bis später!

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Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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3 Antworten zu Good morning, Tel Aviv!

  1. quickmick schreibt:

    So, Michael. Heute abend wird aber in „Mike’s Place“ Stellung bezogen: Man United forever.

    • michikarl schreibt:

      Tja, leider habe ich heute meine Man City Kumpels nicht wieder getroffen. Vielleicht war ich nach 21 Uhr zu spät dran. Aber davon mal abgesehen: Ich sympathisiere auch eher mit Man City. Zwar gilt das heute, nachdem frisches Geld aus der Wüste fließt, wohl nicht mehr, aber trotzdem… Man U? Arrogantes Pack! Aber eigentlich stehe ich seit kurzem sowieso eher auf die Gunners: „Big fucking German. We have got a big fucking German. Big fucking Geeeeeeerman, we’ve got a big fucking German…“ Go, Merte!

  2. Elisabeth van Nguyen schreibt:

    Also gerade seit dem Scheichgeld aus der Wüste geht für City ja wohl gar nicht mehr!
    Da noch lieber ManU, ich find die eigentlich ganz cool, die haben wenigstens richtig geile Tradition und nicht so ein hyper modernes Angeberstadion, das am besten noch nach irgendnem Sponsoren benannt ist.
    Aber sowieso in England Liverpool und Arsenal, Arsenal hat ja jetzt sogar zwei „fucking German“. 😀

    By the way: Immer wieder beeindruckt von deinem Block!

    Greetz,
    Passi

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