Fazit

Ich stand gegen 10 Uhr nach angenehmer Nachtruhe auf, stutzte meinen Bart, duschte und fand noch einen Satz frischer Unterwäsche im Schrank. Dann warf ich die erste Maschine Wäsche an und ging zur Tanke, weil ich keine Milch für meinen Kaffee hatte. Außerdem gabs noch zwei Nougat-Croissants.

Koffer auf heimischen Terrain

Koffer auf heimischem Terrain – schon fast ganz ausgepackt.

Tja, nun noch einmal ein paar Schlußgedanken zum Israel-Tripp:

Die Reise an sich:

  • war, durch verschiedene Fehler meinerseits, erheblich teurer als geplant
  • hat sich aber dennoch auf jeden Fall gelohnt
  • schreit nach einem weiteren Besuches des Landes Israels
  • war eine Bereicherung an Erfahrung und Horizonterweiterung
  • hat viele interessante und schöne Einblicke gebracht
  • hat, trotz einiger Sachen, die weniger schön waren, einfach Spaß gemacht
  • war überwiegend angenehm, weil alle Bahnfahrten und Flüge gut pünktlich und komfortabel verliefen und das Wetter super war

Tel Aviv:

  • hatte, für die Jahreszeit außergewöhnlich warmes Wetter und deswegen sehr angenehme Strandbedingungn am Start
  • ist, abgesehen von Alt-Jaffa, für einen Kultur-Trip weniger zu gebrauchen, zum Abhängen am Strand, Shopping und Party-machen umso mehr
  • ist ein wilder Mix an halb verrotteten Wohngebäuden, schick restaurierten Bauhaus-Stil-Häusern und Glas-und-Stahl-Bürotürmen und Hotelkomplexen
  • bietet insbesondere in Alt-Jaffa auch ein paar sehr schöne Ecken

Jerusalem:

  • ist in Hinsicht auf Party und Kultur ziemlich das Gegenteil von Tel Aviv
  • bietet in der Alten Stadt eine atemberaubende Fülle an religiösen und geschichtsträchtigen Stätten: Synagogen, Moscheen, Kirchen, Schreine, Denkmäler, Museen
  • hat riesige Bazare und Märkte
  • hält in der Alten Stadt ein interessantes, aufregendes, aber auch anstrengendes Labyrinth von Straßen, Gässen, Gängen und vor allem Sackgassen bereit, in denen sich ahnungslose Touristen hoffnungslos verirren können, um anschließend von Händlern erbarmungslos ausgeplündert zu werden
  • kann eine Basis für Trips nach Bethlehem und zum Toten Meer sein, was man auch machen sollte, worauf ich aber leider verzichtet habe

Die politische Situation:

  • lässt mich ratlos bleiben, denn die Seite der Palestinänser ist in so viele Richtungen aufgespalten, dass man sich nicht gut mit allen an einen Tisch setzen kann. Und die israelische Seite ist auch nur begrenzt bereit, dem Konzept „Land für Frieden“ zu folgen
  • ist ein Szenario, in dem die Hamas die Existenz des Staates Israel nicht anerkennt, die Israelis aber besser bewaffnet sind
  • hat sich, wenn ich es richtig verstanden habe, ergeben, weil die ehemalige Besatzungsmacht England usprünglich eine Zwei-Staaten-Lösung vorgesehen hat, aber nur eine Ein-Staat-Lösung umgesetzt wurde
  • wird sich, befürchte ich, noch lange Zeit nicht weiter bewegen und immer wieder zu bewaffneten Konflikten führen

Meine Einschätzung von der Gefahr auf dieser Reise:

  • Es war in Tel Aviv und Jerusalem erheblich sicherer, als die hiesigen Medien es dargestellt haben
  • Bei der geringen Anzahl an Raketen, die in der Zeit ungelenkt und mit relativ kleinen Sprengköpfen in die Nähe von Tel Aviv und Jerusalem gelangt sind, war die Wahrscheinlichkeit, durch eine zu Schaden zu kommen, extrem gering – selbst wenn sie tatsächlich im Stadtgebiet eingeschlagen wären
  • Die Sache mit Anschlägen ist etwas anderes, die Explosion in dem Bus in Tel Aviv zeigt, dass meine Befürchtung, dass es dazu kommen könnte, berechtigt war – das ist immer eine gewisse, latente Gefahr
  • Für mich schlug die anfängliche, leichte Angst schnell in einen gewissen Nervenkitzel um, was zwar angesichts der Opfer und des Leides absolut pervers, aber wahrscheinlich nicht so ungewöhnlich ist – ich habe die Lage nicht als Einschränkung oder großes Risiko erlebt

Ich möchte mich bei allen Lesern, die meine Aufzeichnungen verfolgt haben, bedanken, ebenfalls für Eure ermunternden Kommentare und E-Mails. Außerdem möchte ich mich besonders bei allen bedanken, die die Sorgen um meine Sicherheit ertragen und für meine Bewahrung gebetet haben. Und nicht zuletzt danke ich nochmal meinen Frankfurter Gastgebern und meinen Freunden aus Osnabrück, die mich nun schon nach meiner dritten Reise traditionell vom Bahnhof abgeholt, mir bei sich zuhause was zu essen, Bier und Nestwärme gegeben und mich dann nachhause gefahren haben. Ihr seid phantastische Freunde, ich bin froh, Euch zu haben.

Es war eine tolle Reise, aber jetzt ist die vorbei. Damit lasse ich auch den Blog erstmal wieder ruhen.

Für diejenigen, die es jetzt bedauern, nicht mehr jeden Tag so ein besonderes Internet-Häppchen zu bekommen (ich habe schon wieder gehört, ich solle doch im Alltag weiter bloggen, aber ich befürchte, dass es da nicht so viel Interessantes zu vermelden gäbe) habe ich aber noch einen Tipp.

Am 30. November startet auf der OS-Community und os1.tv eine Adventskalender-Videoserie. Bis zum 24. Dezember gibt es jeden Tag ein Clip aus einer augenzwinkernden Fortetzungs-Krimi-Serie. Jeder Teil endet mit einem Rätsel. Ich spiele dabei den Polizeichef, eine mittelgroße Rolle, ich bin nur in fünf oder sechs Teilen dabei, zum ersten Mal, glaube ich, in Folge 4. Wahrscheinlich wird es für die, die beim Rätseln mitmachen, auch was zu gewinnen geben, ich weiß aber noch nicht, was.

Die Links:

Ich melde mich ab. Bis zum nächsten Jahr und zum nächsten Urlaub.

Euer Michi

PS: Ich habe, fürchte ich, bei meiner Rundmail mit Hinweis auf den Block, ein paar Leute vergessen. Das tut mir leid. Aber es ein Mittel dagegen, nix zu verpassen: Abonnieren. Einfach oben links auf „Follow“ klicken und E-Mail-Adresse hinterlassen, dann bekommt Ihr automatisch alle Einträge per Mail.

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Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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