Reisefieber!

So, geschafft! Der Trip ist gebucht, und ich bin schon aufgeregt wie ein Katze in einem Raum voller Schaukelstühle… Aber der Reihe nach.

Gestern bin ich erstmal nach Osnabrück-City gefahren, um 80 Euro für verschiedene Dinge auf den Kopf zu hauen, unter anderem in einer Buchhandlung für Reiseführer und -lektüre. Beim Thema Reiseführer konnte ich mich zwischen Marco Polo und Reise Know-How nicht entscheiden, da habe ich einfach mal beide genommen. Der Reise Know-How ist doppelt so teuer, aber auch mehr als doppelt so dick und ist dabei nicht über das gesamte Land, sondern nur die Region, die ich besuchen möchte. Naja, normalerweise kommt mein bescheidenes Reise Know-How eher von Expedia.de, Google Maps, Wikipedia und dann noch den Seiten des örtlichen Nah- und Fernverkehrs, aber da ich schon echt ein bisschen die Buchse voll habe, was mich wohl erwartet, möchte ich wenigstens ein bisschen was Gedrucktes dabei haben.

Als Reiselektüre entschied ich mich für „Black Out“, einen Roman über einen Angriff auf das Europäische Stromnetz mit verheerenden Folgen. Mein Vater hatte das auf seinem eBook-Reader, ich habe den Anfang mal gelesen und fand das Thema sehr interessant.

Dann war ich noch bei der Reisebank am Neumarkt, um ein paar Währungseinheiten abzugreifen. Allerdings hatte die gute Frau gerade mal den Gegenwert von ca. 16 Euro vorrätig – egal, habe ich trotzdem erstmal mitgenommen. „Die Exoten schicken wir immer nach Frankfurt/Main in die dortigen Filialen“, sagte die Dame am Schalter, aber sie konnte mit immerhin verraten, wie die Währung eigentlich ausgesprochen wird. Das wußte ich bis gestern nämlich auch noch nicht. Da ich über Frankfurt/Main fliege, werde ich dort vielleicht noch etwas mehr von dem Geld besorgen können. Ansonsten kann man an Geldautomaten Maestro-Karten verwenden – erstaunlicherweise gilt mein Ziel da sogar als „sicher“. Das bedeutet, die Karte ist dort nicht aus Sicherheitsgründen per se gesperrt und muss erst für den Urlaubszeitraum freigeschaltet werden (wie vergangenes Jahr in Israel).

Heute habe ich gebucht. Zuerst rief ich bei der Allianz an und fragte, ob meine vor zehn Jahren abgeschlossene Reiseversicherung noch gültig sei, was mir von einem sächselnden Mitarbeiter bestätigt wurde. Mein Reiseziel verlangt sogar ausdrücklich eine Reisekrankenversicherung, auch wenn keine Fälle bekannt sind, bei denen das bei Einreise jemanls geprüft worden wäre. Jedenfalls nehme ich sicherheitshalber die Unterlagen dazu mit. Dann auf Expedia.de, und Flüge und Hotels recherchiert. Der Plan ist ganz ähnlich wie vergangenes Jahr: Ich fliege an einen Ort, bleibe dort ein paar Tage, fahre dann mit der Bahn zu einem anderen Ort, bleibe dort ein paar Tage, fahre mit der Bahn wieder zurück und fliege von dort wieder heim – allerdings diesmal mit zwei weiteren Übernachtungen am ersten Zielort, allerdings in einem anderen Hotel.

Wieder mal gab es Probleme bei der Buchung mit meiner Kreditkarte. Die Flüge und das erste Hotel waren problemfrei zu buchen, beim zweiten Hotel sagte eine Fehlermeldung, es gäbe Probleme mit meiner Kreditkarte. Was die Sache etwas verkompliziert: Meine alte Kreditkarte läuft jetzt, im September ab, die neue ist also ab Oktober gültig. Die Buchung für den Hotelaufenthalt an Ort Nummer 2 klappte weder mit der alten, noch mit der neuen Karte.

Okay, also erstmal Anruf bei Expedia. Dialekt diesmal stark österreichisch, „bitte beachten Sie, dass Ihr Anruf zu Schulungszwecken mitgeschnitten werden“. Ja klar, Siri. Die Dame versuchte mir zu helfen, indem sie einfach noch mal selbst die Buchung vornehmen wollte („bitte buchstabieren Sie den Zielort…“). Also exzerzierten wir das beides durch, inklusive Versuche mit beiden Karten und denselben Ergebnissen. Sie würde mir das dann aber dennoch per E-Mail den Reiseplan zuschicken, und, „ganz wichtig, Herr Karl, notieren Sie sich die Reiseplannummer…“ Hm, keine E-Mail, kein Reisplan auf meinem Expedia-Konto unter dieser Nummer. Hat also nix genutzt, der Anruf.

Daher dann Anruf bei Mastercard. Dialekt vorhanden, aber unidentifizierbar, und ja, ich weiß, dass mein Anruf von wem auch immer zu Schulungszwecken oder im Interesse der Nationalen Sicherheit der USA mitgeschnitten wird. Nachdem ich fünfmal meine Kartennummer vorgebetet habe und die mich nicht in ihrem Computer gefunden haben, bot man mir an, mich mit der Sparkasse Osnabrück zu verbinden. Okay. „Sparkasse Wallenhorst, mein Name ist Soundso, wie kann ich Ihnen helfen?“ Naja, immerhin dicht dran.

Also beschloss ich, direkt mit meiner Sparkasse drüber zu reden – nicht am Telefon, sondern direkt. Wozu ist man denn Sparkassenkunde? Mir kam der Verdacht, dass ich womöglich mein Limit auf dieser Karte überschritten hatte. Denn ich habe am Monatsende kaum Geld auf meinem Giro, und eine Überweisung eines Betrages für die Reise aus meinem Sparschwein auf mein Giro hatte ich gerade erst veranlasst. Aber ich ging von 2.500 Euro Dispo aus, und der Betrag der Flüge und der beiden Hotelbuchungen lag da noch drunter. Also sicherheitshalber mal klären, die Sache.

Die Mitarbeiterin der Sparkasse prüfte die Sache, erklärte, ich hätte ein Dispo von 3.000 Euro auf der Karte, und die neue Karte wäre auf keinen Fall schon gültig. Sie meinte, ich solle mal die alte Karte mit der Prüfnummer der neuen Karte versuchen. Seltsame Idee… Zuhause probierte ich das gleich erfolglos aus. Jedenfalls denke ich, dass das Problem vielleicht darin besteht, dass die Buchung für das Hotel schon im Oktober liegt, dann meine alte Karte aber nicht mehr und heute meine neue Karte noch nicht gültig ist. Also den Hotelaufenthalt an Ort 2 und den zweiten Aufenthalt an Ort 1 per Lastschriftverfahren bezahlt, Reisepläne ausgedruckt, und fertig.

Und wieder machte ich den gleichen Fehler wie letztes Jahr: Nur oberflächlich die Bahnverbindungen checken, bevor ich die Hotelaufenthalte gebucht habe. Das führt nun dazu, dass ich zu unmöglichen Zeiten, die so gar nicht zum Check-in passen, auf Bahnhöfen herumhängen oder mir mitsamt Gepäck irgendwo die Zeit vertreiben muss. Nunja, ich werde es irgendwie überleben. Die Bahnfahrten gehören sowieso zu den vermutlich spannenderen Erlebnissen dieser Reise. Mit einem Auto könnte man die Strecke zwischen Ort 1 und Ort 2 in ca. 6,5 Stunden zurücklegen. Mit der Bahn wird das über 14 Stunden, über Nacht, dauern, allerdings weniger als ein Zehntel kosten. Allerdings geht es mir gar nicht so sehr um das Geld, eher um, naja, sowas wie „authentisches Reisen“. Es wird vermutlich nicht sehr komfortabel, aber genau diese Touren reizen mich irgendwie gerade – eventuell kann ich so Land und Leute einfach besser kennenlernen. Und wer weiß, vielleicht lerne ich, dass die Deutsche Bahn gar nicht mal soooo übel ist. Die Bahn dort hat keinen so guten Ruf… Ich bin sehr gespannt. Die Bahn in Israel im vergangenen Jahr fand ich jedenfalls super: Kostenloses WLAN an Bord wie auf dem Bahnhof in Tel Aviv!

Okay, ein paar Fakten, damit alle auf demselben Stand sind:

  • Ich brauche kein Visum
  • Ich kenne weder die Sprache noch die Schrift vor Ort
  • Die Währung ist nicht Euro und man kann sie nicht bei der Sparkasse bekommen
  • Abflug ist am kommenden Samstag, 6.25 Uhr, Flughafen Münster-Osnabrück (dorthin mit Bus X-150)
  • In Frankfurt geht es um 8.45 Uhr weiter
  • Dann muss ich nochmals umsteigen, aber ich sag noch nicht wo…
  • Am 3.10. fahre ich mit der Bahn zu Ort 2, Ankunft am 4.10
  • Retour zu Ort 1 geht es vom 8.10. bis 9.10.
  • Am 11.10. geht es zurück zum FMO

Mehr möchte ich im Moment noch nicht preisgeben. Bin mal gespannt, ob mir die Geheimhaltung noch weiterhin bis nach Ankunft gelingt…

Auf jeden Fall bin ich recht zufrieden, was den „Exotik-Faktor“ des Ziels angeht. Normalerweise versucht man ja (ich teilweise durch Faulheit und Töffeligkeit mit mäßigem Erfolg) alles möglichst so gut durchzuplanen, dass alles problemlos „flutscht“. Irgendwie ist das diesmal aber noch nicht mal wirklich mein Ziel. Ich gehe eher davon aus, dass eben nicht unbedingt alles nach Plan laufen wird, dass ich unterwegs in irgendwelche Schwierigkeiten komme, dass ich mich auch mal mit Händen und Füßen werde verständigen müssen, dass es teilweise recht unkonfortabel zugehen wird… Und obwohl ich davor schon jetzt einen Mordsbammel habe, ist das eigentlich genau der Plan. Keine Ahnung, wie ich dazu gekommen bin, aber irgendwie habe ich halb unterbewusst das Gefühl, dass das genau das ist, was ich gerade brauche – Selbstbestätigung, dass ich mich auch außerhalb meiner „Komfortzone“ durchschlagen kann. Und vielleicht hilft mir das auch künftig, die kleinen Probleme des Alltags nicht mehr so überzubewerten.

So, ich muss noch meine Transfers vor Ort checken, Flughafen/Hotel, Hotel/Bahnhof und so. Immerhin sind diese Dinge doch mithilfe des Internets, auch vor Ort, heute meist recht einfach zu klären. Ich denke, mein nächster Post kommt dann vielleicht aus der Abflug-Lounge in Frankfurt, im Moment glaube ich nicht, dass ich am FMO dafür noch Zeit haben werde. Aber mal sehen.

Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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7 Antworten zu Reisefieber!

  1. satayspiess schreibt:

    Ich bin echt suuuuuuuuuuuper gespannt, wohin es dich verschlagen wird. Wobei man von „verschlagen“ ja nicht reden kann, schließlich weißt du ja schon, wohin es geht. Auf alle Fälle wünsche ich dir eine tolle Reise und viele schöne Erlebnisse außerhalb deiner Komfortzone!!! 🙂

  2. Elisabeth van Nguyen schreibt:

    Da ich ja am Samstag selbst auf Reisen gehe und Dich leider (!!!) nicht verfolgen kann (ja, Michis Schwester ist ganz anders als er, die hat auf Reisen nichts dabei, womit sie online gehen kann…), habe ich bereits jetzt mit den angegebenen Indizien eifrig geknobelt – aber für alles, was infrage käme, bräuchte man dann doch ein Visum. Oder meinst Du mit „kein Visum“, dass man vorher keins braucht sondern sich das bei Ankunt am Flughafen ausstellen lassen kann?

  3. Gunnar Bobbert schreibt:

    Hallo lieber Michi!
    So, dann wird es jetzt also ernst! Bin sehr gespannt, wo dich deine (Abenteuer-)Reise hinverschlägt. Zwar habe ich schon konkret zwei „verdächtige“ Ziele, aber eigentlich habe ich keine wirkliche Ahnung. Muss ich ja auch nicht haben. Jedenfalls freue ich mich auf deine Reiseschilderungen und Abenteuer und freue mich dann auch, dich gesund und munter wieder in Osnabrück zu sehen.
    Ich wünsche dir schon mal einen reibungslosen Reiseauftakt und dass sich deine Erwartungen erfüllen – in welcher Weise auch immer!

  4. Stefanie schreibt:

    Lieber Michi,

    Du machst es mal wieder echt spannend – jedenfalls erst mal Gottes Segen auf Deiner Reise – paß auf Dich auf – und komm gesund wieder zurück.
    Was für eklige Krankheíten kann man sich denn an Deinem Reiseziel einfangen? Hast Du irgendwelche Impfungen gebraucht?

    LG stefanie

  5. Peter Karl schreibt:

    Ob ich nun mitmache oder auch nicht: jedenfalls wünschen wir – Deine Eltern – Dir eine super-schöne Reise mit (allerdings hoffentlich gefahrlosen) Abenteuern!

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