We have a winner!

Guten Morgen aus Odessa, hier ist es schon fast 12 Uhr, sonnig, 16 Grad. Tja, das mit der Treppe war natürlich sehr einfach, ich wollte halt auch, dass es rauskommt. Aber Dr. Stückemann war mit seinem Kommentar einen Beitrag schneller – er hat es anhand der Flugzeiten herausgefunden. Meinen Glückwunsch!

Das mit der Treppe ist halt bekannt aus Eisensteins Stummfilm „Panzerkreuzer Potemkin“. Hab den Film nie gesehen, aber es gibt eine Szene, in der ein Kinderwagen die 192 Stufen zum Hafen herunterpoltert. Ich habe im Netz gelesen, wie mit Händen und Füßen mal ein junger Tourist eine Mutter um ihren Kinderwagen gebeten hat, damit er ein Foto damit machen kann – daher der Spruch mit dem Kinderwagenverleih. Ich hatte vorher per Google getestet: Wenn man „Treppe“ und „Kinderwagen“ zusammen eingibt, landet man sofort hier. Die Treppe selbst ist architektonisch interessant: Von unten sieht man nur die Stufen, von oben nur die Plattformen dazwischen. Wenn man von unten zählt, landet man immer auf zweiundirgendwaszig. Irgendwo muss ich mich allerdings verzählt haben, ich bin auf 193 Stufen gekommen.

Ich hab gestern nach dem Abendessen noch Fernsehen geguckt – mach ich zuhause ja nicht – und bin ins Bett gegangen. Heute habe ich ausgeschlafen. Werde auf das Frühstück verzichten (ist ja auch schon Mittag) und gleich mal schauen, was ich heute so anstelle. Vielleicht latsche ich mal zur Touri-Info, die ist oben an der Treppe, ich hab‘ mir da gestern schon eine Karte geholt.

Blick aus meinem Hotelfenster

Blick aus meinem Hotelfenster

Ansonsten, meine ersten Eindrücke: Der Verfall, der sich hier zu Sowjetzeiten abgespielt haben dürfte, ist sehr deutlich zu sehen. Die Stadt ist ja noch keine 300 Jahre alt. Einige ähnlich alte Gebäude wie mein Hotel Londonskaya wurden allerdings sehr schön erhalten. Erinnert mich ein bisschen an Tel Aviv, wo prächtig restaurierte Bauhausstil-Gebäude neben Häusern, die in Deutschland aus Sicherheitsgründen abgebrochen würden, stehen. Der öffentliche Nahverkehr wird mit Uralten O-Bussen und Fahrzeugen der Marke Tata bedient. Ich muss mal mit so einem überfüllten O-Bus fahren, zur Zeit ist ja in der Diskussion, ob wir in Osnabrück auch wieder O-Busse bekommen. Auf den Straßen verkehren teilweise schrottreife Ladas, ansonsten sieht mal hier viele Hyundais, moderne Skodas und gelegentlich glänzende BMWs und Mercedesse.

Was Kriminalität angeht, so denke ich nach dem, was ich gelesen habe, dass es eine recht sichere Stadt ist. Es wird eben nur vor Betrügereien gewarnt, Leute, die einem Geldbündel vor die Füsse werfen und einen dann beschuldigen, etwas gestohlen zu haben zum Beispiel. Deswegen lasse ich mich auf so Geldwechsel-Sachen auch nicht ein. Ich mag ja naiv sein, aber das gestern echt eine platte Tour gewesen. Auch die Polizei genießt im Netz (und im Reiseführer) nicht den besten Ruf, angeblich gibt es Beamte, die unter fadenscheinigen Vorwänden nachts „Strafgelder“ verlangen („Sie dürfen hier nicht entlanggehen“).

Am dritten Oktober geht es dann per Bahn nach Sevastopol. Aber erstmal bin ich eine Weile hier, und ich mache mich gleich mal auf die Socken, die Stadt zu erkunden.

Bis bald.

Advertisements

Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
Dieser Beitrag wurde unter Odessa veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu We have a winner!

  1. satayspiess schreibt:

    Hahahihi, und ich Blödmann habe beim Währungsrechner alle Währungen durchgesucht, um die mit dem Umrechnungsfaktor 10 zu finden. Als Kino- und Fernsehmuffel sagte mir das mit der Treppe und dem Kinderwagen natürlich nix. Aber eigentlich hatte ich ja auf dem Piratenschiff schon mal Ukraine als mögliches Urlaubsland in Betracht gezogen. Erinnerst du dich? 🙂 Zählt natürlich nicht, denn es war ja nach der Stadt gefragt!
    Wie dem auch sei! Viel Spaß in Odessa, ich bin sehr gespannt auf weitere Berichte von dir. 🙂

    • michikarl schreibt:

      Tag, Spiess! Ja, ich erinnere mich, dass die Ukraine in Betracht gezogen wurde. Auch bei dem Abendessen mit Jägerpfännchen am Vorabend der Reise hat ein Ingress-Kollege die Ukraine schon am Start. Ich habe zwar Wien nicht erwähnt, aber drei kurze Flüge brachten ihn auf die Idee. Nööö, aber Land alleine wäre ja zu einfach…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s