Kaffee, Bier, Aspirin und blinkende Herzen

Okay, angekommen. (Übrigens schreibe ich gerade mit einem Tag Versatz, ich habe die Bahnfahrt-Lücke noch nicht wieder aufgefangen.) Hm, ich hatte doch ein Zimmer bestellt, keine Wohnung, war mein erster Eindruck. Das Zimmer ist echt groß und hat sozusagen eine kleine Fernsehecke. Leider auch einen kleinen Fernseher, noch ne Röhre. Muss ich M1 halt im Briefmarkenformat gucken. Dafür gibt es Regale mit Zierat an den Wänden und so. Dafür sind Dinge, auf die es eher ankommt, zu klein oder nicht da. Wie schon erwähnt, es gibt kein WLAN auf dem Zimmer. Und was ich auch vermisse, ist etwas ganz simples: Ein Mülleimer. Ich habe einen kleinen Balkon, der einen wenig vertrauenserweckenden Eindruck macht. Der Blick (aus dem 5. Stockwerk übrigens) ist nicht besonders schön, aber: Strenggenommen habe ich sogar Meerblick, denn weit weg sieht man ein Eckchen Schwarzes Meer. Achja, first world problems.

Blick aus dem Hotelzimmer in Sewastopol

Blick aus dem Hotelzimmer in Sewastopol

Was nun? Ich war doch ein wenig platt von der Reise und hatte eigentlich keine Lust, noch etwas zu unternehmen. Aber es war nach meinem Geschmack einfach noch zu früh, ins Bett zu gehen. Aber nicht mehr zu früh zum Abendessen. Ich hatte mich seit dem Vortag ausschließlich von Wasser und Müsli- und Schokoriegeln ernährt und war scharf auf eine anständige Mahlzeit. Also raus aus der Hütte.

Russisches Theater

Russisches Theater

In umittelbarer Nähe des Hotels gibt es ein recht imposantes Gebäude, auf dem die russische Fahne weht. Es entpuppte sich als Theater. Direkt nebenan gab es eine Hütte mit bunten Leuchtreklamen. Bildern war zu entnehmen, dass man dort Bier und Fastfood bekäme. Allerdings gab es da hinter einer anderen Tür auch noch ein Etablissement zu Befriedigung anderer Bedürfnisse, für das mit blinkenden Leuchtherzen geworben wurde. Ich nahm dann doch die andere Tür und musste feststellen, dass offenbar kein Betrieb stattfand, dort wurde irgendwie aufgeräumt oder was auch immer, ich empfahl mich.

Burger und Sex

Burger und Sex

In der Nähe gab es dann noch eine Pizzaria, aber Pizza hatte ich am Vortag erst gegessen. Ansonsten… nicht viel los. In einem Mini-Markt stockte ich meine Biervorräte auf. Überhaupt, Bier kriegt man überall und immer. Das macht die Ukraine auch wieder sympathisch. Ich habe mich inzwischen auf AbBiBCbKe 1715 eingeschossen. Dann zog ich noch etwas weiter, und vielleicht wäre die eine oder andere Bar oder Café für etwas zu essen infrage gekommen, in ein paar Läden schaute ich kurz rein, aber irgendwie sagte mir das alles nicht so zu. Wie gesagt,Bier gibt es überall, außerdem total viele Apotheken und Strip-Clubs. Und Kaffeeläden. Inzwischen ist mir die Idee gekommen, dass dieser Mix genau das ist, was die Russen hier brauchen. Die haben ja sich ja für 120 Millionen Dollar im Jahr hier einen Parkplatz für ihre Schwarzmeerflotte bei der Ukraine gemietet. Daher gibt es hier viel russisches Marinepersonal, ich habe auch gelesen, dass die Russen hier deswegen auch noch eine Menge Einfluss haben. Die Stadt legt, wie ich gelesen habe, viel Wert darauf, es sich mit den Russen nicht zu verderben, denn die sind natürlich auch ein Wirtschaftsfaktor, nicht nur wegen der Kohle für den Parkplatz. Das Marinepersonal bringt sicherlich auch einiges an Geld in die Stadt.

Schön und gut, auf die Schnelle fand ich in der Nähe kein Restaurant, also entschied ich mich, im Hotel zu essen. Auf dem Rückweg stellte ich fest, dass unmittelbar vor dem Hotel ein griechisches Restaurant stand. Ich hatte das von der anderen Seite gar nicht wahrgenommen. Also rein da. Ich bestellte Lammkotelettes und Pommes und ein Stella-Bier dazu. Nach der Mahlzeit wollte ich gerne noch einen Ouzo. „You want to try Ouzo?“, fragte mich die gut Englisch sprechende Dame vom Stab. „Erm, actually I am familiar with Ouzo…“, antwortete ich. Dann stellte sich heraus: Sie hatten keinen! Skandal! Ich ließ mir dann, der Empfehlung der Dame folgend, einen anderen Drink bringen, irgendein Wodka mit Traubenaroma oder sowas ähnliches. Bud’mor, äh, ya-mas!

Danach ging ich ins Hotel zurück. Glotze an (es lief irgendein Film mit Katherine Heigl, in der sie eine Kopfgeldjägerin spielt, tatsälich mal ukrainisch synchronisiert, nicht nur einfach übersprochen), Blog schreiben. Nachdem ich den Eintrag über die Bahnfahrt geschrieben hatte, musste ich noch zur Sitzeecke außerhalb des Zimmers (jede Etage hat dafür einen eigenen Router), um den Text hochzuladen und Bilder hinzuzufügen. Da packte mich aber wirklich so richtig die Müdigkeit,deswegen habe ich mir mit den Streckenscreenshots auch nicht mehr so viel Mühe gegeben, ich musste dringend ins Bett. Ich war dann auch weg, sobald ich die Matratze berührte.

Bis bald!

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Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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