London-Retro aus der Sicht meines Schlaufons

Es war ein ganz normaler (Feier)abend. Mein Schlaufon schlug vor, doch ein Systemupdate zu machen. Immerhin fragte es noch nach, aber: „Na sicher, Schlaufon, mach mal, ich outsource mein Hirn mitsamt aller Smartness ohnehin mehr und mehr auf Dich, also sieh zu und saug los!“

Anschließend schaute ich mir einen Film mit Johnny Depp an, „Transcendence“. Johnny Depp spielt dabei einen Wissenschaftler, der einen Supercomputer mit künstlicher Intelligenz entwickelt hat. Es fehlt allerdings eins zu Perfektion: Persönlichkeit. Nach Ansicht des Wissenschaftlers kann man die nicht programmieren. Also muss ein menschlicher Geist mit der Maschine verschmelzen. Da trifft es sich doch gut, dass eine Gruppe militanter Technologie-Gegner ihn tödlich verwundet. Vor dem körperlichen Ableben wird der Geist des Wissenschaftlers von seiner Frau in die Maschine übertragen und mit dem Internet verbunden. Von nun an ist der Mensch/Maschine-Hybride in der Lage, aus allen Quellen des Internets rasant schnell zu lernen und bald Furchtbares – oder auch Wunderbares zu vollbringen. Nur sind die Menschen, die den Wissenschaftler kannten (darunter irgendwann auch seine Frau) sich unsicher, ob sie es überhaupt noch mit ihm – oder einer völlig neuen Kreatur – zu tun haben.

Der Film hat mir ganz gut gefallen. Die Drehbuchautoren scheinen mir mehrere Bücher von Andreas Eschbach gelesen zu haben – oder dieselben Bücher, die Andreas Eschbach gelesen hat. Jedenfalls kommen mehrere Ideen darin vor, die auch in den Büchern Eschbachs zu finden sind.

Aber zurück zum Thema: Als der Film zuende war, meldete das Schlaufon, der Download des neuen Systems sei abgeschlossen. Installation starten? Na, selbstverständlich. Also sah ich ein paar Minuten den kleinen, grünen Android-Roboter mit offener Wartungsklappe, vor dem sich das Gittergerüst eines Okta-Dodeka… ach, was weiß ich, irgend so ein -eder halt, drehte. Pling plong, fertig. Eine App namens „Movie Creator“ machte sich bemerkbar. Klick. Oh, ein Video? Five Days from September 1? Play. Oh, recht nett. Am 1. September war ich in London, und das Ding hat dann einfach mal von sich aus mit den Foto- und Videoschnipseln aus dem Speicher ein nettes, kleines Filmchen zusammengeschnitten und eine Dudelmusik druntergelegt. Die Schnitte passen teilweise erstaunlich gut, insbesondere bei der Towerbridge.

Allerdings… wenn man gerade einen Film über KI gesehen hat, fast schon ein bisschen gruselig. Vom pragmatischen Aspekt her, war irgendwie alles, was ich mit Movie Creator so anfangen konnte: Einzelne Videos oder Bilder aus dem erstellten Video löschen, die drunterliegende Musik ändern und das Filmchen in ein allgemein abspielbares Format (.mp4) exportieren. Intuitiv gelang es mir nicht, der App was anderes zu entlocken, d.h. dass ich z.B. SELBER ein ähnliches Video aus meinen Schnipseln im Speicher erstellen könnte. Das hat man nun davon, dass die Geräte immer smarter und die Nutzer (in diesem Falle ich) immer dümmer werden!

Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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