Warum seid Ihr Lymphe blau…

So, erste Nacht wieder zuhause. Es ging einigermaßen mit dem Schlafen. Ich hatte mir als Auflage eine Kuscheldecke zusammengefaltet. Hm… die üblichen Schmerzen, aber inzwischen hatten sich interessante Farben auf der Innenseite des Oberschenkels gebildet. Erwartet hatte ich sie eigentlich außen.

Bein Mittwoch morgen

Da war es noch rot… außerdem sieht es nach einer ziemlichen Piloerektion aus, aus welchem Grund auch immer.

Der Vormittag stand im Zeichen von Papierkram, Telefonaten und E-Mails. Ich rief bei der Klinik an. Wir verblieben so, dass man mich in vier Wochen wieder einlädt, sofern ich nicht zwischenzeitlich absage. Ich schrieb einen Brief an die Rentenversicherung, in dem ich genau darüber informierte. Außerdem waren die AU für Arbeitgeber und Techniker-Krankenkasse einzutüten und zu adressieren, im Online-Urlaubssystem die Abwesenheit von der geplanten Variante auf „Krank bis Freitag“ umzukonfigurieren, mein Chef zu informieren und außerdem musste ich noch die Überweisung für die Kohle für die Chorfreizeit fertigmachen. Als ich all das fertig hatte, war es schon Mittag, und ich zog mich an, um zur Post und zur Bank zu gehen.

Also ging ich zur Bank, Geld ziehen, Überweisungen einwerfen, zur Post im EDEka in der Nähe und auch gleich einkaufen. Und mich natürlich um die Portale dort kümmern. Im EDEka ist auch ein Dönermann, wo ich einen Kebabteller zu Mittag futterte, dazu eine Dose Karadag (schmeckt ziemlich genau wie Uludag – ich mag beides ziemlich gerne, eigentlich lieber als Sprite oder 7up – die Türken wissen, wie man Zitronenlimonade macht). Ich klinkte meine Briefe aus, machte ein paar Einkäufe, und dann ab nachhause.

Bein Mittwoch Nachmittag

Ah, das sind ja interessante Farben… „Lila-weiß sind unsere Farben, lila weiß ist unser Glück…“ Irgendwer vom Chor wollte immer gerne aktuelle Hämatom-Fotos haben.

Den restlichen Tag habe ich dann versucht, meine Erlebnisse einigermaßen unterhaltsam hier in den Blog zu hacken. Im Prinzip ist das genau wie beim Urlauben eine Methode, diese Gechichte nicht an alle Freunde einzeln zu schreiben, sondern halt demjenigen, der interessiert an meinen Geschicken ist, so zur Verfügung zu stellen. Ich überlege, in was für eine Kategorie diese Artikel passen und fürchte, ich muss langsam eine Rubrik namens „Meine lustigen Unfälle“ oder so anlegen. Irgendwie hoffe ich, dass es das für dieses Jahr erstmal mit Unfällen gewesen ist. Mein Vater mailte mir unlängst, ich sei langsam ein richtiger Pechvogel. Am Nachmittag hatte der morgens noch rötliche Fleck am Oberschenkel die Grenzen von 1939 erreicht und ein schickes Dunkelblau angenommen.

Am Donnerstag (heute) stand um 8.20 Uhr ein neuer Arzttermin beim Orthopäden zur Ultraschalluntersuchung an. Ich stand also um 7.00 Uhr auf, nachdem mich mein „Waitin‘ on the ADAC“-Wecker sanft aus den Träumen geholt hatte. Also ab zum Bus und zum Doc. Hier war eine Schlange von bis zu 12 Leuten am Tresen. Es dauerte aber dann trotzdem nicht so irre lange, und ich musste diesmal nur eine Stunde warten.

Also, wieder mal Hose runter, damit der Doc meinen Oberschenkel pingen konnte. Während er Fledermausschreie in mein verletztes Bein pumpte, erklärte er seiner Sprechstundenhilfe, wie die Bilder auf seinem Monitor (die ich übrigens nicht sehen konnte) zu interpretieren seien. Naja, was interessiert es auch den Patienten, was in seinem Oberschenkel vorgeht. Vielleicht schleicht da ein russisches Atom-U-Boot herum, aber falls der Doc es mit seinem Sonar entdeckt hat, hat er mir nicht Bescheid gesagt. Aber zumindest hat er offenbar ein paar lustige Fotos davon geschossen, wenn ich das Bimmeling ab und an aus seinem Terminal richtig interpretiert habe. Er schien aber schon ein wenig besorgt zu sein und sagte sowas wie „Wenn Sie in Ihren Zehen kein Gefühl mehr haben und den Fuß nicht mehr heben können, sind Sie im Krankenhaus!“ Nachdem er das noch einmal wiederholt hat, übersetzte ich das in „In diesem Fall suche ich umgehend ein Krankenhaus auf.“ Wäre ja nicht verkehrt, sich sofort im Krankenhaus wiederzufinden, wenn sich das Erfordernis ergeben sollte. Spaß beiseite, das wäre schon eine recht ernste Sache. Es könne sein, dass die Schwellung die Blutgefäße zum Fuß abklemmt und dieser würde dann unterversorgt. Wenn ich das richtig verstanden habe, würde man dann punktieren, um Flüssigkeit austreten zu lassen. Allerdings hielt der Doc dieses Szenario nicht für sehr wahrscheinlich. Er verschrieb mir noch 800er Ibos (eine morgens, eine abends) und sechs Lymphdrainagen à 45 Minuten. Damit hatte ich eigentlich schon beim ersten Besuch vorgestern gerechnet. Achja, sowas wie ne Diagnose habe ich jetzt auch: „Lymphödem li. Oberschenkel“. Oh, echt jetzt?

Ibo

Es geht aufwärts… zumindest mit den Ibo-Dosen. Meinem Doc zufolge soll das nicht nur gegen die Schmerzen, sondern auch gegen die Schwellung helfen. Es ist der Aufschrift zufolge auch ein Entzündungshemmer. Links habe ich angefangen, jetzt bin ich rechts. Und mittlerweile haben mir vier verschiedene Leute mit dem Wunderstoff, der mich zur Zeit zusammenhält, versorgt.

Ich verließ die Praxis mit Kurs auf den Busbahnhof Neumarkt. Unterwegs holte ich in eine Apotheke die 800er-Ibos und gönnte ich mir in der Bäckerei auf dem Weg ein Frühstück. Dabei überlegte ich, wie ich das mit den Lymphdrainagen angehen würde. Ich entschied mich, alles aus einer Hand zu nehmen, denn neben dem Praxiszentrum gibt es auch ein Therapiezentrum, die auch Lymphdrainagen anbieten. Also ging ich nach dem Frühstück nochmal dahin zurück, nur diesmal halt ins Therapiezentrum. Ich legte der Dame am Schalter mein Rezept auf den Tresen und bekam sechs Termine in den kommenden drei Wochen, der erste ist am Montag, wo ich dann die erste Lypmphdrainage (eigentlich ja die zweite) mit dem nächsten Untersuchungstermin verbinden kann.

Also zurück zum Busbahnhof (habe ich erwähnt, dass zwischen Neumarkt und Praxis fette Portale liegen?). Irgendwie weiß ich noch aus der Kindheit: Wenn man krank ist, braucht man was zum Trösten. Wenn keine liebe Mama wie früher da ist oder ein Papa, der einem was Tolles zu lesen mitbringt, dann muss man sich eben selbst darum kümmern. Da Saturn ganz in der Nähe des Neumarkts ist, beschloss ich, da nochmal nach Medien zu gucken. Ich entschied mich für eine Ärzte-CD („Die Bestie in Menschengestalt“, das erste Album nach der Wiedervereinigung von Farin Urlaub und Bela B mit Rod als Bassist) und eine von The Bosshoss. Außerdem nahm ich noch eine 4-Filme-DVD-Box mit, die alle „Airport„-Filme enthält. Sowohl das Original aus den 60ern nach dem Roman von Arthur Hailey (mit Dean Martin, Burt Lancaster und Jaqueline Bisset) als auch einige Nachfolger aus den 70ern. Ich mochte die als Kind und Jugendlicher, bekanntlich stehe ich auf Flugzeuge. Auch wenn ich befürchte, dass mich heute eher die Spezialeffekte als die Handlung das Gruseln lehren werden.

Angekommen an meiner heimatlichen Bushaltestelle ging ich noch zu EDEka, ein wenig einkaufen, dann nachhause. Ich machte mir ein Fertiggericht heiß und verzog mich anschließend ins Bett. Meine gegenwärtige, bevorzugte Schlafhaltung schont zwar das Bein, belastet aber das Becken umso mehr, was Hexenschuß fördert. In sofern ist es besser, nicht so lange, aber öfter zu schlafen.

Tja, damit wären wir im Präsens. Ich werde mir jetzt gleich noch einen Film reinziehen und dann ins Bett gehen. Wie es weitergeht verrate ich gerne auf Anfrage. Das ist nichts mehr für den Blog. Den werde ich dann, wenn möglich, aus dem schönen Wuppertal weiterführen.

Bis denne!

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Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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