Tag 26 – Auferstanden! Das wird gefeiert!

Ich hatte den Wecker meines Schlaufons auf 08:00 Uhr gestellt, war aber schon etwa eine Viertelstunde vorher wach. Um 08:45 Uhr sollte es Frühstück geben. Nach der Morgentoilette trafen wir uns bei Kaffee, Brötchen und Eiern am Frühstückstisch.

Bauernkirche Iserlohn

Dies ist die Bauernkirche in Iserlohn. Hier findet morgen der Ostermontagsgottesdienst statt.

Anschließend fuhren wir nach Iserlohn zur oberen Stadtkirche. Dort begann um 10:30 Uhr der Ostergottesdienst mit der Feier des Abendmahls, musikalische Untermalung durch den Posaunenchor unter der Leitung von Hans-Peter Springer.

Bemerkenswert war, dass irgendwann zu den Klavierklängen einer Art „Zirkusmarsch“ Jugendliche aus den Bänken aufstanden, „Frohe Ostern!“ ausriefen, kreuz und quer durch die Kirche liefen und Eier verteilten.

Oberste Stadtkirche Iserlohn

Dies ist die oberste Stadtkirche in Iserlohn, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bauernkirche. Hier haben wir den Ostersonntagsgottesdienst gefeiert.

Von der Predigt habe ich im Wesentlichen ein Zitat behalten, mit dem die Predigt begann:

Ich war im Kino.
Blutüberströmt
fertig gemacht
fiel einer um
als Letzter von allen.
Das war ein Western!
Ich war in der Kirche
Blutüberströmt
fertig gemacht
stand einer auf
als Erster von allen.
Das war ein Ostern!

Lothar Zinetti

Als ich das gegoogelt habe, stellte ich fest, dass so offenbar heute viele Predigten begannen. Das heilige Abendmahl wurde gefeiert, danach traten wir wieder in das Sonnenlicht hinaus. Meine Tante und mein Onkel hatten den Plan, in einem Lokal am Seilersee einen Happen zu essen und dann zur Sorpe zum Spazieren zu gehen. Leider hatten viele andere denselben Plan, zumindest den mit dem Seilersee. Denn wir fuhren wie viele Autos vor und nach uns auf den Parkplatz, um wieder umzudrehen, weil kein Platz frei war. Es war Ostern, das Wetter toll, und viele strebten an den See und die zugehörige Gastronomie.

Also fuhren wir stattdessen zurück zum Zuhause meiner Verwandten, und die beiden bereiteten eine Mittagsmahlzeit. Ich fütterte den Kamin und schaffte neues Holz heran. Kurz vor dem Essen konnten wir zwei Rehe am Waldrand beobachten. Ich versuchte, Fotos zu machen, aber ohne optisches Zoom bekam ich nur recht grobkörnige Bilder hin.

Reh vom Wohnzimmerfenster aus gesehen

Reh vom Wohnzimmerfenster aus gesehen. Mit Digitalzoom so eine Sache, aber es geht so.

Nach dem Essen legte ich Holz nach und schrieb diese Zeilen in der Kaminecke. Gleich werde ich mich wohl ebenfalls eine Weile hinlegen.

Man klopfte an die Tür und bat zu Kaffee und Kuchen, den wir wieder in der Kaminecke einnahmen. Die Philadelphia-Torte schmeckte noch genauso gut wie gestern. Nach dem Kaffeetrinken packte ich meine Sachen, zog mein Bett ab und machte dann mit meiner Tante noch einen kleinen Rundgang durch das obere Stockwerk des Hauses. Ich war ja lange nicht mehr dort gewesen, und auch hier hatte sich etwas verändert. Danach brachten mich meine Verwandten nach Iserlohn zum Bahnhof.

Hagen Hbf

Das ansehnliche Bahnhofsgebäude von Hagen. In diese lustigen Mini-Fontänen auf dem Platz kann man bestimmt gut reintreten, wenn man die ganze Zeit auf sein Smartphone guckt, weil man Ingress spielt. Ist mir allerdings nicht passiert.

Der Zug fuhr pünklich um 18:17 Uhr ab, Umsteigen in Hagen, ca. eine Viertelstunde Aufenthalt, dann noch ein Katzensprung bis Wuppertal-Oberbarmen. Mein Bus fuhr nur fünf Minuten spöter, und gegen 20:00 Uhr war ich wieder in meinem Zimmer in der Klinik.

Ich besorgte Wasser und trug mich für morgen früh ab 08:00 Uhr für eine Waschmaschine ein. Am liebsten würde ich ausschlafen, aber um 08:30 Uhr ist ein Gesundheitsvortrag. Das ist allerdings auch der einzige Termin morgen, immerhin ist Ostermontag. Aber der Kostenträger (in den meisten Fällen die Bundesversicherungsanstalt für Arbeit) möchte nicht zwei Tage komplett ohne Anwendungen durchgehen lassen.

Ich traf die freche Frau aus Rostock, und dann kam noch eine andere, von mir geschätzte Dame wieder, die in Köln eine Freundin besucht hatte. Die hatte genau wie ich das Abendessen verpasst und noch Hunger, also bestellten wir Pizza.

Nach dem Essen organisierte ich bei der Pflege für 20 Euro Pfand Wii-Zubehör und einen Schlüssel. Wir haben im Raum Wuppertal vier Wii-Spiele-Konsolen mit Bildschirmen, die Konsolen sind in so transparenten, abschließbaren Kugeln untergebracht. Nach einigem Hin- und Her kriegte ich den Kram in Gang. Es war die Ausführung „Wii Fit“, dazu gehört ein sogenanntes „Balance Board“. Das ist eine Plattform, auf die man sich mit beiden Füßen stellt. Durch Gehen auf der Stelle, Gewichtsverlagerung oder Beugen und Strecken der Knie steuert man seine Spielerfigur auf dem Bildschirm. Jedenfalls testete ich mit der frechen Frau aus Rostock ein paar Spiele.

Zuerst machten wir Ski-Slalom, bei dem man durch die Gewichtsverlagerung den Skiläufer durch Tore steuerte. Anschließend balancierten wir mit keckem Hüftschwung bis zu vier Hula-Hop-Reifen. Zuletzt spielten wir ein besonders witziges Spiel. Passend zu Ostern steuerte man seine Spielerfigur in einem Hühner-Kostum durch die Lüfte. Gesteuert wurde durch Gewichtsverlagerung nach vorne/hinten bzw. links/rechts, Höhe gewann man durch kräftiges „Flügelschlagen“ mit den Armen. Das ist schon eine gewiefte Sensorik in diesem Board. Man musste mit der Figur punktgenau auf Plattformen innerhalb eines Parcours und zuletzt auf dem Heck eines Schiffes landen. Natürlich sieht das saudämlich (bzw. urkomisch) aus, wenn man nur die Person auf dem Board herumflattern (oder beim Hula-Hop-Spiel mit den Hüften kreisen) sieht.

Danach hatte die Frau aus Rostock keine Lust mehr, aber ich probierte noch alle anderen Spiele aus. Zwischenzeitlich sagte die Wii mit einer sehr nervigen Piepsstimme „Bitte wechsle meine Batterien aus!“ „Bitte halte Deine vorlaute Klappe!“, pampte ich zurück, aber es hatte keinen Effekt. Wenn die Wii von „sich“ sprach, war das Balance Board gemeint. Das Ding piepste auch, mal solle aufsteigen oder runtergehen oder mal still halten. Ich habe keine Ahnung, wer dem Ding diese furchtbare Piepsestimme verpasst hat. Irgenwann klappte es gar nicht mehr mit den Batterien, aber ich hatte geladene, passende Akkus dabei, mit denen ich das Problem beheben konnte.

Puh. Ich habe wirklich geschwitzt. Insbesondere die Sache mit dem Hühnergeflatter war echt anstrengend, ich habe geschwitzt. Wenn man das stundenlang spielt, gibt es bestimmt Muskelkater. Insgesamt ein lustiger Zeitvertreib.

Danach war es auch Zeit, ins Zimmer zu gehen und diesen Eintrag zu Ende zu schreiben. Morgen stehen, wie gesagt, Waschen und ein Vortrag an. Ursprünglich wollte ich in die Stadt, Ingress spielen, aber ich habe nicht so recht Lust. Wahrscheinlich schließe ich mich einer Gruppe an, die eine Therme besuchen wollen, einer von diesen Läden mit großer Bade- und Saunalandschaft. Und ansonsten möchte ich gerne ein wenig Schreibkram erledigen. Mal sehen.

Bis morgen!

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Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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5 Antworten zu Tag 26 – Auferstanden! Das wird gefeiert!

  1. Le Petit-Duc Scops schreibt:

    Also… entweder bin ich blöd, oder ihr seid Zeitreisende und geht morgen (ehm… für dich heute) in einer anderen Kirche zum Ostermontagsgottesdienst, den ihr schon heute (für dich gestern) besucht habt. Das sagen zumindest die Beschreibungen der Bilder…

  2. michikarl schreibt:

    Weder noch, die dritte und wahrscheinlichste Variante ist der Fall: Ich habe mich einfach nur vertan.

    • Elisabeth schreibt:

      Wieso? Da steht doch, dass der Ostermontagsgottesdienst in der Bauernkirche stattfindet und ihr den Ostersonntagsgottesdienst in der Obersten Stadtkirche gefeiert habt. Das ist doch richtig so, oder? Ich dachte, das mit der Bauernkirche sei nur eine Info, weil sie halt gleich neben der Stadtkirche ist…
      Frohe Ostern übrigens! Le Christ est ressucité!

  3. michikarl schreibt:

    Jetzt steht das da auch richtig, weil ich es korrigiert habe. Das war vorher in der Tat falsch, nämlich bei beiden Bildunterschriften „Ostermontag“. Das Bild von der Bauernkirche habe ich tatsächlich reingetan, weil sie in der Nähe der obersten Stadtkirche ist. Insgesamt habe ich ein paar Bilder aus Mamas alter Heimat veröffentlicht, weil ich dachte, vielleicht freut sie sich darüber.

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