Die Münze – Teil 19

Im Fahrstuhl studierte Andrew die Aufschrift der Knöpfe, die Cafeteria war demnach im Erdgeschoss. Dort angekommen brauchte er nur den Wegweisern zu folgen und erreichte bald sein Ziel. Draußen dämmerte es schon, und viel Betrieb herrschte nicht mehr. Und so entdeckte Andrew auch ohne Mühe fast sofort die Gruppe der vier Studenten, die Professor MacIntyre vorhin aus dem Labor geschickt hatte. Sie saßen an einem Tisch, und jeder hatte einen Becher mit einem Heißgetränk, ein Stück Kuchen oder ein Sandwich, und das unvermeidliche Smartphone vor sich. Derjenige, der vorhin an der Tastatur gesessen hatte, spürte offenbar instinktiv, dass er beobachtet wurde, und blickte auf. Sein Blick traf Andrew, der nickte dem Studenten nur kurz zu, und mit nichtssagender Miene wandte der junge Mann sich wieder ab und begann, wieder auf seinem Smartphone herumzustochern.

Andrew ging zu den Glasvitrinen, angestrahlt von Lampen lagen hier in Plastikfolie verpackte Sandwiches, Muffins und Tortenstücke auf Tellern. Es sah alles nach „Naja, richtig lecker sieht es nicht aus, aber wenn man richtig Hunger hat, schmeckt es wohl doch.“ aus. Andrew griff nach einem Gurkensandwich für den Professor und ein paar von den Muffins für sich und die Numismatiker, besorgte an einer Maschine mit Selbstbedienung die gewünschten Heißgetränke, nahm sich eins von diesen Schaumstoffdingern, mit denen man sechs Pappbecher auf einmal transportieren kann, und ging mit seinem Tablett zur Kasse. Dort bezahlte er bei einer gelangweilt aussehenden Dame mittleren Alters und trat mit seinen Erwerbungen den Rückweg an.

Inzwischen, auf Whatsapp:

Daniel Lewis: Hey, Joe. Hocke mit den Jungs in der Cafeteria. Waren gerade am Messen in Lab4, als was Merkwürdiges passierte. ProMac kam mit drei Leuten, die nicht wie Physiker aussahen, und scheuchte uns ohne Erklärung, aber mit 20 Ocken für Kaffee und Sandwiches aus dem Labor. angry
Joseph Saunders: Das sieht ihm aber überhaupt nicht ähnlich! Vorhin ganz ähnliche Sache erlebt: Er rief mich an und verlangte einen simplen Geigerzähler. Und er klang fast so, als rechne er mit einer nuklearen Katastrophe! fearful Ich bin dann bei ihm rein, und drei Typen, die nicht wie Physiker aussahen, eher wie Versicherungsvertreter im Ruhestand, waren in seinem Büro. ProMac riss mir das Gerät aus der Hand und scheuchte mich sofort wieder raus. Aber ich konnte noch sehen, dass auf seinem Schreibtisch eine Metallscheibe lag, vielleicht eine Münze oder so was. raised eyebrow
Daniel Lewis: Einer von den Typen war gerade hier und hat was zu essen und zu trinken gekauft. Bestimmt untersuchen die das Ding gerade in Lab4. Zu blöd! Ich habe nicht die Rechte, um Deine Software auf dem Rechner von Lab4 zu installieren. Sonst könnten wir rauskriegen, was die da haben! anguished
Joespeh Saunders: He he! Dazu brauchen wir nicht den Rechner in Lab4 zu kapern. Ich habe längst den Bürorechner von ProMac unterwandert! triumph
Daniel Lewis: Ist nicht wahr!? open mount
Joseph Saunders: Absolut! ProMac hat anstandslos meine letzte Arbeit auf einem USB-Stick von mir akzeptiert, das muss man sich einmal vorstellen! Ich hatte einfach mein kleines, süßes Spionageprogramm als semesterarbeit1702.doc getarnt. Nachdem der liebe Professor es dann angeklickt hatte, installierte es sich sofort auf seine Platte und lud danach schnell die echte semsterarbeit1702.doc nach, so das ProMac nichts gemerkt hat. wink
Daniel Lewis: Alter! Das eröffnet ja Möglichkeiten! heart eyes
Joseph Saunders: Ja schon, aber wir müssen vorsichtig sein, sonst merkt der gute Professor noch etwas. Er mag etwas gutmütig und nicht unbedingt der Schlauste in IT-Fragen sein, aber blöd ist er deswegen noch lange nicht. nerd Aber mal sehen, was mein kleiner Spion so liefert.
Daniel Lewis: Halt mich mal auf dem Laufenden! Klingt spannend, was da passiert! grin
Joseph Saunders: Ok. Muss jetzt los. Bye!

Fortsetzung folgt…

Über michikarl

Ich möchte den Werbetreibenden, die heutzutage mehr Daten über Individuen sammeln als die Geheimdienste dieser Welt, nicht kostenlos Informationen zur Verfügung stellen. Obwohl ich das mit Sicherheit auch hiermit bereits getan habe.
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Eine Antwort zu Die Münze – Teil 19

  1. Elisabeth van Nguyen schreibt:

    Interessantes Intermezzo… bin gespannt, was die Studis zum weiteren Verlauf der Story beitragen!

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